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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 9/10 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
9/10 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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25 erstes Auftreten als Turnlehrer in Ostsibirien: „Nach einigen Begrüssungen begann das Turnen. Ich entdeckte die erste grosse Schwierigkeit, die ich während der ganzen Zeit meiner dortigen Tätigkeit nicht recht überwunden habe, den Mangel der gemeinsamen Sprache" Aehnliche Erfahrungen sind schon wiederholt langst vor dem Kriege gemacht worden. Anlässlich der Zionistenkongresse haben oft grosse turnerische Veranstaltungen stattgefunden. Turner aller Länder trafen dort zusammen, aber eben weil sie alle in verschiedenen Zungen redeten, konnte es zu wirklich einheitlichen Darbietungen nicht kommen. Man fühlte sich luisammengehörig, und man war doch durch das Fehlen der gemeinsamen Sprache so weitenweit von einander getrennt. Jedesmal wurden die notwendigen Konsequenzen gezogen; man sah die einzige Abhilfe in dem hebräischen Kommando; man beschloss, es überall einzuführen, aber es blieb leider bei dem Beschluss, zur Tat kam es nicht, am allerwenigsten in Deutschland. Und nun, wie lange noch? Bald werden wir Turner uns wieder bei einer grossen Zionistentagung zusammenfinden, bei einer, die sicher alle vorhergegangenen an Inhalt und Würde ubertreffen wird. Soll sich der alte Mangel dann auch wieder fühlbar machen? Nein, "nd abermals nein! ... u Wir werden anders gerüstet sein, denn in uns hat sich eine mächtige Wandlung vollzogen. Bisher erschien uns Palästina nur wie eine grosse Sehnsucht, von der wir kaum hofften, dass sie sich unserer Generation erfüllen würde. Das Land lag uns so fern, und an das Wiedererwachen unserer Sprache wagten wir kaum zu glauben. Jetzt ist die Mauer, die Palästina für uns umgab, gestürzt; jetzt wissen wir, dass es uns gehören wird, jetzt ist auch wie mit einem Schlage das Hebräische für uns Verpflichtung geworden, für alle, für sie, denen Palästina bald wiedergefundene Heimat sein wird, aber auch für viele, die diesen Gedanken noch nicht zu Ende gedacht haben. Uns allen klingt das Hebräische plötiiLh so vertraue. Es ist nicht mehr die tote Sprache unserer Vorväter, es, ist die lebende unserer jüdischen Gegenwart! So wird auch der Turner sich nicht mehr der Hebraisierung widersetzen können, und wenn wir in hoff entgeh nicht all zu ferner Zeit aus Nord und Süd, aus Ost und West zusammen antreten werden, dann müssen wir wirklich eine Einheit Mden, nicht nur beherrscht von dem gleichen Willen, sondern auch von dem gleichen Wort. So wird die gemeinsame Sprache zunächst rein äusserlich der grossen Gemeinschaft dienstbar sein. Es wird ihr aber auch im Weineren Kreise die Wirkung nicht versagt bleiben. Wir sucheni 1^1 unserem sportlichen Leben nach Formen, die für uns besonders 'charakteristisch sind; wir bemühen uns, Turnen und Sport nach unserer Eigenart zu gestalten. Das kann nur bis zu einer ganz bestimmten Grenze gelingen; denn an den wesentlichen Grundziigen können wir nicht rütteln. Durch das hebräische Kommando werden unsere Turnabende ein ganz selbständiges Gepräge erhalten. Wer den Turnsaal betritt, während die

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