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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 9/10 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
9/10 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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9 Auch wir, jüdische Turnerschaft, müssen unserer Jugend eine stolze Fahne zeigen, nicht aber ein furchtsames Wimpelchen, dessen Farben missdeutbar und verschwommen sind, und das nach den ersten Stürmen und Gewittern zum unkenntlichen Grau verblasst. VI. Von den übrigen Anträgen ist noch hervorzuheben, dass der auch sonst durchaus vorbildliche Frankfurter Turnverein sich dazu entschloss, die Ausarbeitung und Zusammenstellung eines Verbandsliederbuches dem Berliner Vorstand abzunehmen und selbst an diese Arbeit zu gehen. Ausserdem ist beschlossen worden, >n den aktiven Abteilungen den Duzkomment anzustreben, um auf diese Weise auch äusserlich ein engeres Gemeinschaftsgefühl zum Ausdruck zu bringen und — aus ähnlichen Erwägungen heraus — eine gemeinsame Verbandsnadel zu schaffen, deren Verleihung aber von bestimmten turnerischen, sportlichen, geistigen und moralischen Voraussetzungen abhängig gemacht werden soll. Ausserdem wurden Bewilligungen finanzieller Art in weitgehendem Masse erteilt, so dass n«n endlich der Etat der jüdischen Turnerschaft auf gesunde Basis gestellt ist. Zuletzt mag noch erwähnt werden, dass auf einen Antrag der Turnvereine Frankfurt a. M., Berlin, Kattowitz und Stettin hin den Berliner Vorstand ein einstimmiges Vertrauensvotum und Dank für die vorzügliche geleistete Arbeit ausgesprochen wurde, ein Beweis, wie stark sich die Harmonie eingestellt hatte, die vor und zu Beginn der Tagung noch sehr viel zu wünschen übrig Hess. Ueber- °aupt muss hervorgehoben werden, dass sämtliche Beschlüsse, auch die tiei einschneidenden finanziellen Massnahmen, einstimmig gefasst worden sind, so dass in Zukunft nicht mehr von dem Mehrheitswillen, sondern von dem Einheitswillen der Jüdischen Turnerschaft gesprochen werden wird. VII. Dies war die Tagung. Jeder wird zugeben, dass sie einen erheblichen Fortschritt bedeutet, aber nun heisst es auch den Geist jener Stunden hinüber retten aus feiertäglicher Begeisterung in die alltägliche Arbeit, nun heisst es heiligen Rausch umzuwandeln in nicht minder heilige Nüchternheit. Jeder von Euch muss jetzt, beim Lesen dieser Zeilen, den unabänderlichen,und unbeugsamen Entschluss fassen, sofort, noch in diesem Augenblick mit der Erlernung des Hebräischen zu beginnen. Nicht wieder darf dieses Heft aus der Hand gelegt werden mit dem halb ärger 9

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