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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 9/10 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
9/10 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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8- Mittelpunkt des gesamten Turnvereins werden wird, dass sie durch ihr Beispiel allmählich alle anderen in ihren Bannkreis ziehen kann, und dass von ihr aus auf die übrigen ejn ebenso wärmendes und beseelendes Licht ausstrahlt, wie etwa in Zukunft vom hebräischen Palästina aus die gesamte Diaspora belebt und nationalisiert werden mag. Dass hinter diesen inneren Aufgaben die Werbearbeit und die Pflicht, uns in den weitesten Kreisen der jüdischen Jugend auszudehnen, keineswegs vergessen werden darf, ist sowohl während der Sitzung wie in den Thesen selbst ausdrücklich betont worden und soll auch hier noch einmal gesagt werden. Eine theoretische Auseinandersetzung mit der neuen „Jugendbewegung", den „Kameraden", wird im nächsten Heft dieser Zeitschrift beginnen; hier sei nur soviel angedeutet, dass jeder, der dieser Organisation dauernd in die Hände fällt, für das jüdische Volk und für seine Zukunftsaufgaben verloren ist. Nationaljudentum aber bedeutet Bürgschaft und Verantwortungsgefühl eines jeden Juden für den anderen, und so müssen wir auch im Assimilanten den Bruder sehen, den verlorenen Sohn, den wir vielleicht, seiner grossen Nährmutter, seinem Volke, wieder zuführen können. Deshalb ist Propaganda keine vereinsmeierische Angelegenheit, sondern nationale Pflicht. V. Die Debatte brachte in fast allen Punkten Uebereinstimmung. Die von einigen Turnbrüdern aufgeworfene Frage, ob nicht rei« zeitlich zunächst die turnerische Aufgabe der nationaljüdischen Erziehung voranzugehen habe, wurde damit beantwortet, dass wir uns dann erstens durch nichts von den „Kameraden" unterscheiden, und dass zweitens die Furcht, eine zu starke Betonung unserer nationaljüdischen Idee könne die Werbetätigkeit hindern, ebenfalls hinfällig sei. Jugend ist nicht mit lauen Kompromissen zu gewinnen, sondern nur mit jugendlicher Entschiedenheit, und hier wie nirgends geltein die Worte Theodor Herzls über die Notwendigkeit einer flammenden und zündenden Idee, einer geistigen Fahne. Unsern Zweiflern soll man jene Sätze entgegenhalten, die der grosse Führer der jüdischen Wiedergeburt an den zögernden und ungläubigen Baron Hirsch schrieb: „. . . Aber ich hätte Ihnen schliesslich sagen müssen, welche Fahnen und wie ich sie aufrollen will. Und hätten Sie mich spöttisch gefragt: eine Fahne, was ist das? Eine Stange mit einem Fetzen Tuch. — Nein, mein Herr, eine Fahne ist mehr als das. Mit einer Fahne führt man die Menschen, wohin man will, selbst ins gelobte Land."

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