Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 8 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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33 Gegen das akademische, für das sportliche Fechten. Von Sanitätsrat Dr. S c h e r b e 1 - Lissa. Vorbemerkung der Redaktion. Herbert Eulenburgs Klage darüber, dass das akademische Fechten wieder losgehen soh („Berliner Tageblatt" vom 25. Juli) hat ein starkes Echo gefunden. Aus den zahlreichen Zuschriften, die das „B. T." darauf erhielt, bringt die 1. August-Nummer den nachstehenden Aufsatz unseres alten Gönners, den wir im Anschluss an die Ausführungen von Heinrich Kuhn mit Einwilligung des Verfassers gern wiedergeben. P Herbert Eulenburg hat in seiner Kampfansage gegen das akademische echten eins vergessen. Die Verunstaltung des Gesichts nach Art der Papua I * nicht bloss ihre ästhetische Seite, und so mancher hat nicht nur in späterem Janren und im Auslande seinen Jugendfehler bereut, sondern schon in der Jugend- *e>t und im Inlande. Und zwar aus gesundheitlichen und beruflichen J-'ninden. Denn die Schmisse haben auch ihre oft schwerwiegende gesundzeitliche Seite, und e i n unglücklicher Hieb hat nicht selten das ganze Lebensglück eines blühenden, zukunftsfrohen Menschen vernichtet. Das Gesicht wird von dem Gesichtsnerven (Facialis) durchzogen, und seine *cnwere Verletzung, wie sie bei den Mensuren häufig ist, hat meist seine Lähnung uncj cjne Entartung dieses wichtigen Nerven und der von ihm versorgten , es'chtsmuskeln zur Folge. Oft tritt ein Schwund in den Muskeln ein, und es bu"!?1* zu keiner Heilung mehr. Die Folge sind Lähmungen im Gesicht, vertilvtfen m'* krampfhaften Zuckungen, die störend für den Betreffenden (oder Beiich un<* c'en Zuschauer sind. Besonders charakteristisch sind eigentümene Mitbewegungen. Wenn die Verletzten die Augen schliessen oder blinzeln, o ..errolgt jedesmal eine deutliche Verziehung des Mundwinkels, die nicht unternun wer^en kann. Geheimrat Professor Dr. Strümpell hat diese Erscheiein ^'^erholt bei Studierenden gesehen, bei welchen durch einen „Schmiss" sol J>erj?.her'scher Facialiszweig verletzt worden war, und auch von mir sind im r . "e beobachtet worden. Der Gesichtskrampf, die blitzartigen Zuckungen im s'cn* u°d das Gesichter- und Grimassensenneiden sind schon so manchem "* gesellschaftlichen und Berufsleben verhängnisvoll geworden. Ve i uo"en von anderen entstellenden und nicht mehr gut zu machenden hie *Un^en ke* t'el Mensur (Abschlagen der Nasenspitze und dergleichen mein) er nicht sprechen. Aber alle diese schweren Folgen, die einen „Denkzettel" . fert' C'ne bleibende, nicht schöne Erinnerung fürs ganze Leben bedeuten, rechtßetr11 den Kampf gegen die Mensjur, der jetzt endgültig und energisch ausniir en werden muss. Der Kampf gegen die Mensur kann von den Aerzten y Unterstützt werden. Er ist ein Kampf für die Gesundheit und gegen ein/ Qem"+ ' t'as überwunden» gegen eine Suggestion, die nicht länger mehr die muter der einsichtsvollen akademischen Jugend beherrschen darf. t- Dieser Kampf gegen sie bedeutet aber nicht zugleich d u c K a m p f a n s ag e gegen das sportliche Fechten, das eine sii i au,s muskel- und nervenstärkende Uebung, ein gehe"* -r ^P'ort ist, der die Geistesgegenwart und Gewandtn fördert und Mut und Selbstvertrauen belebt. Alte Berren-Riegen. Von Theobald Scholem, J. T. V. Bar Kochba, Berlin. ju frie Pflege des Turnens und des Sportes ist eine Angelegenheit der selirStn ^' Stichjahr gilt bei vielen das 30. Lebensjahr. Wer es ither- »Seil << 'la*' beendet damit seine Jugendzeit, wird meistens „inaktiv'1, „passiv". *\, lf).r" usw., kurzum Vereinsgreis, der die Ehre hat, immer noch „dabei" entsn -uUn^ dafür direkt und indirekt recht viel zu zahlen. Der Neuzeit >,Qrc*$< ont' S"3* cs s°gar schon Vereine, in denen man mit 20 Jahren als us angesehen wird.