Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 8 (1919) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
8 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/6492385-5965061-5965391--200-4923117
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

32 wenngleich sie weitaus natürlicher und „wehrzweckmässiger" sind als die der ^TJ&m^r%c^LbtnCn m diC Finte * T,atf,ri,S?€ fJorentinische Schule war uns dagegen wieder zu wen« natürlich. Der Jude - und zwar der mit noch gesunder unverdorbener Psyche t~ Za to£lscn>?im am Theatralischen auf die Dauer Gefallen zu finden; tr<,es..selbst: 90 **** es "isere Aufgabe, ihn umzuwandeln. Denn Stmmung, Schwärmerei und Pose sind für den Neubau eines Voltes weniger gute Baumatenahen als Natürlichkeit und Realität. So gelangten wir zu einer iyjitnese unter Hinzufügung einiger wesentlichen Neuerungen: Vielleicht wird man dieses System später „Jüdische Schule" nennen. Die leitenden Orundsatze sind die folgenden: «,~, ^SrifiundVeTteidigung müssen der Wi rk I i ch ke i t entsprechen. Daher berücksichtigen wir auch eventuelle Treffer unterhalb des UurteJs. Sie sollen zwar möglichst vermieden werden, kommen pie aber vor, so smd sie zu decken oder durch Vor- oder Kontrahieb unschädlich zu machen. Im Double zahlen wir den zeitlich früher gefallenen Treffer, sofern er dem yeSn«r„am nachfolgenden Gegentreffer gehindert hätte. Verliert der Fechter die Waffe, so gilt er als getroffen. c . ADie Wafle Yird aus Handgelenk und Unterarm gefüh rt es: ist unnatürlich die Bewegungen nur aus dem Hand- oder nur aus dem 5^$?^,enw, « ful,ren.-. Das asteK verhindert die feine Führung der Waffe, schnellt die Waffe unnötig und erlaubt kein Fechten zweiter Intention, d. hunter Vorausberechnung mehnwer Hiebe sind Deckungen. Das Fechten aus dem iiP?8^ . Schul*ergelenk. gibt unnatürlich grosse Bewegungen, die ebenso gefährlich wie unästhetisch sind. Nicht nur berechtigte, sondern a uch1 schöne Bewegungen woITen wir. Vor allen Dingen aber wollen wir uns durch diese gleichmassige Beanspruchung der Gelenke den Charakter des Sports bewahren: Die Bewegungen sollen leicht und gefällig sein. Diese Grundsätze enthalten alles. Es braucht nicht gesagt zu werden, dass unsere Fechtgänge ritterlich schweigsam vor sich gehen. Wir rufen uns nicht an oder reizen uns mit Worten oder Fussappells (Auftritt); denn erstens entspricht es nicht der Wirklichkeit, und zweitens ist es hässTicn. Das Fechten so» man möglichst in jungen Jahren erlernen. I* bin ein Gegner der Anschauung, dass unser edler Sport ein Vorrecht „alter Herren'' und pensionierter Turner ist. In der Jugend — 15 bis 20 Jahre — fechte man nur auf Stich (Stossrapier, Florett, franz. Duelldegen), später auf St!ch und Hieb. Die Waffe sei anfänglich leicht, später mitWcWer. Wer nur die „stählerne Reitpeitsche" benutzt, wird nie ein richtiger Fechter. A"e Uebungen werden grundsätzlich erst so lange aus der festen Mensur gemacht, ms sie fehlerfrei sitzen. Dann werden sie in der Bewegung geübt. Finten gehören stets in die Bewegung. Mit ihrer Anwendung sei man sparsam. &fl häufiger Fehler ist zu grosse Beweglichkeit. Das unbegründete Brechen der iMensur macht den Gang unnatürlich und untogisch und ist daher möglichst ZU vermeiden. Ich wollte keine erschöpfende Abhandlung über das Fechten schreiben, sondern nur durch Grundsätze und einzelne Daten anregend wirken. Vielleicht ermutigen sie diesen oder jenen, den wertvollen Sport wieder oder neu aufz|Ur nehmen. Besonders in kleineren Orten empfiehlt er sich bei Turnhallenuw> Geratemangel von selbst. Die Wanderfahrt allein — so sehr ich sie als alter Wanderer schätze — schafft keine Co- und' Subordination der Kräfte. Wenn af.90. ein Turnbetrieb nicht möglich ist, dann heran an Sport und Fechten. Einige Florette oder leichte Säbel, Handschuhe und Masken sind billiger Uf4» leichter zu beschaffen als Barren, Reck usw., die freie Natur oder ein bescheidenes Vereinszimmer ebenfalls bequemer als eine Turnhalle. Und dann frisch an die Arbeit! / ' „Mit gestrecktem Arm", sagt der Haggadist, „das ist: mit gezücktem Schwert in seiner Faust!"

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.