Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 8 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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31 Kürturnen ohne Antreten und Freiübungen ganz zwanglos ausgeführt wird. Kei 2 maligem Turnen in der Woche mache man jeden 3. oder 4. Turnabendi zum Kürabend. Nur bei 1 maligem Turnen in der Woche ist derartiges unmöglich, da sonst der Ausfall für den Riegenbetrieb zu gross wäre. In diesem ralle dehne man nur jede 4. Woche etwa die beiden Kürturnen auf 30 bis 40 Minuten aus und verkürze das Haupt- und Naturgerät in passender Weise, lasse z-?• gegebenenfalls das Nebengerät ganz ausfallen. Freiübungen müssen naturlich immer gemacht werden. Am Schlüsse des zweiten Kürturnens mache man immer ein paar tüchtige Kraftübungen; stemmen und hangein am 'au und schliesse dann. Am Anfange des Vereinsbetriebes halte man diese Einteilung strengstens *ui, und besonders bei Anfängerriegen gehe man unter keinen Umständen l^Sn.aP- Bei guten 1. und 2. Riegen kaiin, man nach längerer Zeit, letwa . * Jahren, kleine Aenderungen nach Bedarf eintreten lassen, um dann den ^•'nzelnen mehr Gelegenheit zur Entfaltung und Spezialisierung zu ge6en; man, tue es jedoch nur, wenn die Leute wirklich die Schulen an den einzelnen traten völlig beherrschen. Ganz besonders achte man darauf, dass jeder urner die korrekte Turnsprache völlig beherrscht, da dies ungemein wichtig ist. dp d Schlüsse möchte ich neugegründeten Vereinen und solchen, die in od ^e°/£anisation stehen, ausdrücklichst empfehlen, nicht auf ein Schaus'c-r r ce * * u r 11 e n hinzuarbeiten. Man kommt dadurch von der langsamen Vi n^l ^cnular,3e't a° ur»d in eine Hetze hinein, die höchst verderblich wirkt. leileicht erzielt man mit einer solchen Veranstaltung einen grossen Augendur h Pu,lct0 Einnahme, Beifall u..w., gewöhnlich schadet man jedoch ihm c*am't verbundene Verlassen der Schule dem Verein mehr, als man err VhUtZt' (*enn man na* nachher keinen wirklichen technischen Fortschritt unH' l v, Andererseits spornt das .Wettumen zu grösserer Anstrengung an künff unleugbar den Eifer und das Interesse. Um die verderblichen Wir- /uigen solcher Feste zu vermeiden und die günstigen nutzbar zu machen, turn + '" •d€r iüdiscllen Turnerschaft öfters kleine Wetturnen für Kunst- (j r stattfinden, — leichtathletische gibt es genug —, doch nur solche, bei keit "dma'Lau.?drucklich Schulübungen vorschreibt und neben der ScJiwierig- Sidhp h * Kürübungen ganz besonders bis zum Ausdruck zu bringende Ruhe, dies? \t> tadellose Haltung und den Aufbau der Uebung wertet. Auf etwas11!" werüen w>r jedenfalls bessere Resultate erzielen, wenn es auch ,i„. , langer dauert, als mit den planlosen Versuchen in allen möglichen Zweigen Ul-r Leibesübung. System und (Detnode des Fechtsports. Von Heinrich Kuhn, Fechtwart des J. T.-V. Bar-Kochba, Berlin. Ueber den Wert des Fechtsports braucht an dj««rStelte nichts mehr gesagt zu werden, auch dann nicht, wenn in unseren Tagen sich ^«n « heben und behaupten, dass das Fechten nicht mehr zeitgcmass «a^ Es temM uns nicht auf die "Berücksichtigung gerade herrschender ^d^73'°X auf bestimmte körperliche unll geistige Werte an, die «g« soMen und die gerade ihren charakterischen Ausdruck m diesem Sport finden war um ist es aber auch erforderlich, art das sportliche System r^stimrate Bedm_ gungen zu knüpfen und es nicht etwa wahllos zu ubernehmen. Die Wahl war schwer, und es gingen Jahre hin bis zu ihrer «ndguttigen Entscheidung. . Dass für uns nur das s p o r 11 i c h e , nicht das a l a d e m i sehe Fechten m Betracht kommen konnte, war uns von vornherein klar; d.fnn.r™e„^^" '•Ae und gedankliche Erziehung dürfte an keine konventionelle «egre"™* gebunden slin. Das Natürliche, 3er Wirklichkeit Entsprechende war massgebend, »teser Gesichtspunkt aber gerade erschwerte uns die Entscheidung. Weder die deutsche noch die f 1 o r e n t i n i s c h e (belgische, ,r"ro»lS*«> 1P?Ä trug inm Rechnung. Die d e u t s c h e S c h u I e , mit ihren langen w uchtgen Hieben und Deckungen war im Verhältnis zu unserer ganzen Eigenart zu slU\\ r «iühg. Unsere geistige Regsamkeit kontrastierte mit den langsamen Bewegungen, 8