Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 8 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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29 Vom praktischen Turnen und Sport Der technische Betrieb einer Turnableilung. Von Hans Kuhn, Jüd. Turn- und Sportverein, München. Die Grundlage eines jeden geordneten Betriebes und einer jeden höheren Leistung ist die „uniforme Ausbildung", das Schulturnen. Hiermit möchte ich micn gleich in Gegensatz zu Kam|ins|kis Artikel über Umgestaltung des Turnbetriebes und auf die Seite von Pfeifel, Nathan und Kirschner stellen. — Unsere jüdische Turnbewegung hat nicht nur den Zweck, starke und selbstbewusste Menschen zu erziehen, sondern auch ganz besonders den Jungen Juden eine straffe Disziplin beizubringen, da unserem Volke bis jetzt gerade die Fähigkeit fehlt, sich einem zielbewussten, energischen Willen unterzuordnen. Freilich entspricht die Leichtathletik viet mehr der geistigen Struktur des modernen Judentums, die beim Turnen so unbedingt notr wendig ist, da die straffe DSsaiipin fehlt. Der Leichtathjtet strebt von Anfang an danach, sich zu spezialisieren und in seinem Fache'eine Höchstleistung herauszubringen; das ist schon an dem Betrieb auf dem' Sportplatz zu sehen, wo man nie eine feste Riegenordmung findet. Oerade die jüdische Turnerschaft sollte das vermeiden, gerade wlir sollten nicht von 'der Abschaffung der uni- ---» * •* ' ->--- ----■ -— •*- ..«^««^^ TumivAfvtinpn pinpn er e S U n - pun, einführen, denn nur damit können wir Leistungen « tat es vom reüi technischen Standpunkte, aus r'iÄliiÄ Ausbildung abzuschaffen, denn was für ein .«f^Ä'"«^ auf unseren Turnböden entstehen, wenn sichA^ mch> «w«nL^" schaftigen wollte, ganz abgesehen davon, dass dabei kein Mensch ™™<™*e™ Fortschritte machen würdl, denn wie jeder Turner weiss kann man nurLei fungen erzielen, wenn man nach einem g?°^Mt™ XrXu^ dcht ieder Schule durcharbeitet". Diese Schule kann aber durchaus "'^t jeder für sich innehalten, und auch wenn sich mehrere unter «n€^ J^urner zu |ammenschlössen, um sich z. B. für Reck zu speziabsieren wurden sie bau Schiffbruch erleiden, denn nur wenn sie an allen Geraten *on"? «e ihren Körper so'durcharbeiten und beherrschen h™«^*« an e "eem Gerät etwas Vorzügliches leisten. - So hatte ich « «enüi* aass jemand ein EFnspreizen oder eine Flanke am R(e c * ^*h^™inz zu •>e vorher am Pferd gelernt zu haben von ^^^^^IJo^rlt schweigen. - Auch die besten Eigenschaften eines Kunstturners ain Uerat, «uhe/Sicherheit und vor allem Haltung, kann man sich ganz begmm nur durch ausgiebiges und konsequentes Scfiulturaen^erwerben, und1 O.pte jungen komnTt schliesslich derjenige leichter und *<* fn fter turner ist. Wenn es auch am Anfang so «beten mag, als ob er hinter dem, der sofort Gipfelübungen anfängt *umckbleibt * °* L «t er dann bestimmt besser, als einer, der die Schule vera«chlusKt Leider *>rd gerade in der iüdischen Turnerschaft, die doch am Anfang ihrer Arbeit steht also i^T^ndigäten hätte,'das Schulturnen sehr vernachlässigt. m Doch auch die Leichtathletik soll nicht «rni^I^ werfe^wie «»n. vielleicht aus meinen ersten Worten irrtümlich scMimen *™^e- «t sie zur Körperausbiklung ebenso notwendig, wie das Ocrateturaen, und dann gehört sie in "einem gewinn Masse überhaupt mit zum ^ultanen Auch müssen ja bei jedem Turnfest der deutschen turnerschaft, bei dem ein Mehr kämpf stattfindet, mindestens 2 oder 3 volkttumlich« U«bung«n »«t werden. Wie verderblich das Vernachlässigen Le«Wjdem turnerischen Wettkämpfer werden kann zeigen am besten die «iaP'«€ f£ legten deutschen Turnfeste in Frankfurt und LciVziJ' ^LtM Gerät tadellose Geräteturner, die sich mit schwierigen und sauberjW™»en Gerät Übungen mühsam ihre ganzen und halben >nkte ^«"^"«Li^"'^* fielen oder auf die letzten Plätze kamen, weSl Sie be» den dm N^ureera^ die Punkte gleich zehnerweise verloren. Das kommt daher, dass die Wertung.