Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 8 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6492385-5965061-5965391--196-4923113- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
28 auf den Zweck unserer Propagandafahrt hin. Seine schlichten und einfachen Worte genügten vollkommen, um die Hakoahner zu begeistern. Wir wussten bestimmt, dass der Sieg unser sein werde. Und so kam es auch. Im überlegenen Spiele fertigten unsere Vertreter trotz ihrer Ermüdung den Gegner, der mit neuen Kräftem angetreten war, sicher ab. Der Jubel der schlesischen Juden war grenzenlos. Unsere Rückfahrt ins Hotel kam einer Triutnphfahrt gleich. Nach dem Spiel fand in einem prachtvollen Saal ein grosses Bankett statt» bei dem alle jüdischen Honoratioren der Stadt anwesend waren. Rabbiner Friedmann hielt eine zündende Ansprache, in der er darauf hinwies, dass das Auftreten der Hakoah für die Juden Troppaus einen Wendepunkt bedeute. Viele, die selbst durch die hervorragendsten Reden nicht für die nationaljüdische Idee gewonnen worden wären, haben beim Wettkampf ihr jüdisches Herz schlagen gefühlt. Zum Dank für die Hakoah und zum ewigen Angedenken an diese unvergesslichen Tage hatten die Troppauer Juden ein goldenes Buch an^ geschafft, auf dessen erste Seite die Namen der Hakoahner eingetragen wurden. Während des gemütlichen Zusammenseins bewiesen unsere Jungens, dass sie es - verstanden, einen Abend recht lustig zu gestalten. Um »AI0 Uhr wurde aufgebrochen. Im geschlossenen Zuge, mit unseren Gastgebern, strebten wir dem Bahnhofe zu. Der Abschied fiel uns sehr schwer. Wir sangen gemeinsam die H a t i k - w a h, und als der Zug sich in Bewegung setzte, grüsste die Hakoahhymne die Zurückgebliebenen. An Schlaf dachte vorläufig niemand. Zu viele Ereignisse waren in den letzten Tagen auf uns eingestürmt. Früh morgens kamen wir in Wien an. Unsere zurückgeblieben eh Sportbrüder Hessen es sich nicht nehmen, uns im Triumph nach Hause zu begleiten. Eine denkwürdige Sportfahrt war vorüber. Mehrere der Reiseteilnehmer sind Opfer des Krieges geworden. Ihrer will ich gedenken. Ihr Geist aber lebt in ihren Brüdern fort. Wenn man die Hakoah ruft, so stellt sie ihren Mann. Fb. ennhosen ennschuhe enntrikots OClllitZ Sporthaui G.m.b.H. Ch«rlott«nb«trtf Jo»oKim«thal«r Str. 6