Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 8 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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25 So haben sich in letzter Zeit Jüdische Sportvereine in Graz, in Loeben, in Brünn, in Göding usw. konstituiert. In der Fussballmannschaft sind einige Spieler von allererster Klasse. Da ist H a 1 p e r n, der Tormann, der während des Krieges zweimal in der österreichischen Auswahlmannschaft gegen Ungarn spielte, dann Katz, Nussbaum, Brüder Juhn, Lümek und Trümmer, die wiederholt in der repräsentativen Mannschaft der H. Klasse tätig sind. Den. schönsten Aufschwung hat entschieden die Leichtathletiksektion genommen. Nach zweijähriger Felddienstleistung 1914—1916 kamen die Sektionsleiter wieder zurück und nahmen gleich mit 1—2 Jungen den Betrieb wieder auf. Durch intensive Arbeit gelang es in kurzer Zeit einige talentierte Athleten heranzubilden, die bald mit Erfolg in die lokale Konkurrenz eingreifen konnten. Trotz ganz unzulänglicher Trainungsmöglichkeit auf einem Fussballfelde konnte die Ausbildung wirksam durchgeführt werden. Zurzeit ist die Leichtathletikgarde der Hakoah ein gefürchteter Gegner. /Man schreibt in den Wiener Zeitungen immer von den 4 grossen Leichtathletikvereinen: W. A. F., W. A. C,, Hakoah und Vienna. Bei jedem Meeting sieht man unsere Athleten mit Erfolg am Start. Wenn sie auch nicht immer die besten in ihren Sportreigen sind, so kann man doch mit Freude feststellen, dass sie glänzend durchgebildet und verbesserungsfähig sind. Ueber die kurze Strecke ist unser Leder er derzeit der zweitbeste hinter dem österreichischen Meister. Seine Zeiten*sind 11,4—11,6 über 100 m, 23,6 über 200 m. Ueber Mittelstrecken ist Inwald der beste; er gewann unlängst die 800 m gegen die ganze Wiener Konkurrenz in 2,9.2 Min. Ihm stehen J. Weiss und Revay nur um einige Meter nach. Im Weitsprung erreichen die Hakoahner regelmässig die 6-m-Marke. Die Hauptstärke der Hakoaher liegt in den gut eingespielten Stafetten, die dem W. A. F., der besten Wiener Stafettenmannschaft, stets einen erbitterten Kampf liefert. In der olympischen Stafette erreichte die Hakoahmannschaft erst kürzlich mit 3,40.5 Min. eine Zeit, die nur mit 3 Sekunden schlechter ist als der bestehende österreichische Rekord. Den Hakoahnern gelang es auch im Kriege einige Meisterschaften an sich zu bringen. Dr. Friedmann gewann die österreichische Meisterschaft im Stabhochsprung und die böhmische Meisterschaft in Prag, Hirschler die böhmische Meisterschaft im Hochsprung. Das Erscheinen der Hakoahner in Prag bei den böhmischen Meisterschaften gestaltete sich zu einer Sensation, "•cht weniger als 5 Meisterschaften und 7 zweite Plätze brachten die Hakoahner heim und trugen viel dazu bei, den Bruderverein H a g i b o r in Prag in seiner Arbeit zu unterstützen. Die Arbeit der Hakoah hat vorläufig ein abschliessendes Stadium ^reicht, mit der Errichtung der grossen Sportplatzanlage für die Judische Jugend Wiens wird es wieder mit' Riesenschritten vorwärts gehen. 8