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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 8 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
8 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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24 Da es der Kriegsleitung nicht möglich war, das Piatzprojakt einer Lösung zuzuführen, verlegte sie ihr Hauptaugenmerk darauf, die organisatorischen Vorarbeiten zu leisten. Und da ist in erster Linie die Platzfondsaktion zu erwähnen. Jeder Hakoahner, vom jüngsten bis zum ältesten, hat sich zu einer Selbstbesteuerung verpflichtet, so dass man als Grundstock für das notwendige Kapital einen Betrag von 30Q00 Kronen sicherstellen konnte. Diese Zeichnungen sind nur von Mitgliedern der Hakoah eingelaufen, ohne dass man bis jetzt an die grosse jüdische Oeffentlichkeit herangetreten wäre. Zwei Drittel des Zeichnungsbetrages wurden bereits eingezahlt. In zweiter Linie ist die Ausgabe der Hakoahnachrichten zu erwähnen. Diese stellten die etwas locker gewordene Verbindung mit Mitgliedern im Felde, sowie mit den Brudervereinen wieder her. Diese Hakoahnachrichten machten später der Zeitschrift „Hagibor" als offizielles Organ der jüdischen Turn- und Sportvereine Platz. Der „Hagibor" war zuerst ein privates Unternehmen, ging dann jedoch ins Eigentum der Hakoah über.! An der Platzfrage wird eifrigst gearbeitet, der neue Platz! soll eine erstklassige, moderne Sportplatzanlage werden. Er ist günstig gelegen, ca. 20 Minuten vom Zentrum der Stadt, direkt an der Strassenbahn. Die Kosten der Einrichtung, welche auf ca. 200 000 Kronen veranschlagt werden, dürften zur Hälfte durch Spenden, zur Hälfte durch Anteilscheine aufzubringen sein. Nun zur sportlichen Tätigkeit: Die Wiener Hakoah ist in der II. Wiener Klasse eingeteilt und spielt dort eine ganz bedeutende Rolle. Trotzdem die Mannschaft, speziell im Laufe der letzten Saison, eine sehr wechselnde Form gezeigt hat, ist sie doch einer der spielstärksten und wird bei Freundschaftsspielen in den erstklassigen Vereinen regelmässig als Gegner bevorzugt. Von den während der letzten Saison errungenen Erfolgen lassen sich folgende hervorheben: gegen W. A. F. (den früheren österreichischen Meister) ,1:0 gewonnen, gegen Vienna, den Meister der zweiten Klasse 3:1, Sifflmering 2: 2 usw. Derzeit spielen 6 Fussballmannschaften, man könnte aber mindestens doppelt so viele aufstellen. Leider stellen sich da wieder die Platzschwierigkeiten, sowie der Mangel an Materialien entgegen. Dieses kolossale Spielermaterial und der Umstand, dass man die Spieler nicht alle beschäftigen konnte, hatte ein Loslösen dieser Leute vom Stammverein und demzufolge das Entstehen neuer Jüdischer Vereine zur Folge. So existieren in Wien jetzt 4 jüdischnationale Sportklubs, ausser Hakoah, der Sp.-Kl. Hechawer auf rein zionistischer Basis, der Sp.-Kl. Kadimah, der ansehnliche Spielstärke repräsentiert, da in seinen Reihen frühere Spieler der I. Mannschaft der Hakoah tätig sind, und endlich der Sp.-Kl. Unitas, der erst vor wenigen Wochen sich auf jüdisch-nationale Basis gestellt hat. Auch in der Provinz hat die Hakoah durch Austragung von Wettspielen das Erstehen von neuen jüdischen Vereinen gefördert.;

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