Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 8 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 löste ich dadurch, dass ich während der Vorturn erstunden, die für Jede Abteilung besonders stattfanden, den Uebungsstoff für die folgenden Turnstunden durchnahm und von den Vorturnern und Vorturnerinnen sie, so gut es bei dem Mangel an technischen Ausdrücken "Möglich war, in russischer Sprache schriftlich fixieren liess. Nach kurzer Zeit, als wir auch schon über eine Anzahl von Geräten ve(r- 'ügten, wurden die Abteilungen in Riegen eingeteilt, diese den Vorturnern übergeben, und ich konnte mich schon während des Turnens auf die Ueberwachung des ganzen Betriebes beschränken. Im allgemeinen kann ich meinen Vorturnern das Zeugnis ausstellen, dass sie dank ihrer guten Auffassungsgabe und ungewöhnlichen Eifers sich schon nach wenigen Wochen ihren neuen Pflichten gewachsen zeigten. Von besonderen Veranstaltungen möchte ich nun noch unsere prächtige Eröffnungsfeier erwähnen. Es wurden ein paar Ansprachen ju russischer Sprache gehalten, ein kleines Mädchen trug selbstver- |asste Gedichte jüdischen Inhalts vor, einige Lieder wurden mit Klavierbegleitung gesungen, und ein paar Knirpse deklamierten lange hebrä- 'sche Gedichte von Bia 1 ik und Tschernikowsky. Auch ein Artikel des Vorsitzenden des Turnvereins „Dror", Lemberg, der sich ebenfalls ,im Lager befand, über „Die Notwendigkeit der Leibesübungen für die jüdische Jugend", welcher in der „Jüdischen Rund- S-ffU"' Beresowka, dem zionistischen Wochenblatt des Lagers, veröffentlicht worden war, wurde in russischer Uebersetzung vorgetragen. Leider wurde meine Tätigkeit durch meine plötzliche Abreise unterbrochen, doch konnte ich über die Zukunft des Vereins ziemlich beruhigt sein. Einer meiner Bekannten, der noch dort blieb, Und der ein wenig vom Turnen verstand, versprach, sich' der Sache anzunehmen, und im übrigen verliess ich mich auf den Eifer der . orJurner. Der Abschied von meinen lieben Schülern und Schülerinnen 'm fernen Ostsibirien, wie auch von den Schülern der hebräischen chule, an welcher ich ebenfalls den Turnunterricht erteilte, fiel m'r recht schwer. Doch, nachdem einmal der Grund gelegt und alle orbedingungen für eine fruchtbare Weiterarbeit geschaffen waren, war meine Aufgabe erfüllt. W v, ^a'^- c'araui tra* *cn die Heimreise an, die mich in wenigen ochen wieder nach Hamburg zurückführte. Gar viel gab es nach reijahriger Abwesenheit zu erzählen. Euch, Bar Kochbaner, aber richte ich meine Erlebnisse als jüdischer Turner, damit ihr wisst, , s.s» soweit Juden wohnen, überall unsere Jugend auf gleichem Wege s eichen Zielen zustrebt. Niemals dürfen wir vergessen, dass auch nu^ü "Bar Ko?nba" nur ein G»ed einer grossen Kette ist, und dass und «/fC^ e'n mn'£es Zusammenarbeiten aller unserer Brüder in Ost West unser grosses Ziel, die Gesundung unseres jüdischen Volkes, erreicht werden kann.