Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 7 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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39 Die Zeit von 1:01:53,4 kann für das kurze Training und bei der jetzigen Ernährung eine recht gute genannt werden, wenn sie auch hinter den Zeiten der letzten Jahre vor dem Kriege zurückbleibt. Wenn es uns gelungen ist, in diesem Wettstreit die 10. Stelle in einer Zeit von 1:09:27,4 zu erlangen, so können wir mit diesem Resultat sehr zufrieden sein. Während also in den anderen Vereinen die Leistungen gegenüber «er Zeit vor demi 'Kriege zurückgegangen sind, können wir eine Verbesserung aufweisen. Sämtliche Vereine, die vor uns das Ziel erreichten, gehören zu den grössten in Berlin, mit denen wir uns wieder an Mitgliederzahl noch an Kraft messen können. Hinter uns blieben jedoch Vereine, die sich wohl niemals vorgestellt haben, vom jüdischen Turnverein Bar-Kochba glatt geschlagen zu werden., Unslere Leistung ist entschieden dazu angetan, die Aufmerksamkeit vieler Aussenstehender, die wenig oder ,gar nichts von uns wtussten, zu erwecken und manch jüdischer Sportsmann, der einem andern Verein angehört, dürfte wohl eingesehen haben, dass auch in einem rein jüdischen Verein recht guter J>port getrieben wird. Die Gelegenheit zur Werbetätigkeit ist daher vielleicht niemals so günstig gewesen wie jetzt. Sie darf nicht nutzlos vorübergehen, jeder einzelne muss es als seine Persönliche Pflicht betrachten, für den Bar-Kochba zu arbeiten und uns neue Mitglieder zuzuführen. Der 22. 6. muss uns ein Ansporn sein; wir müssen jetzt auf eine bei uns n°°h nicht gekannte Höhe kommen, was nur dlann erreicht werden kann, wenn Jeder sich mit sieiner ganzen Kraft der Sache widmet. Obwohl Potsdam—Berlin vorüber ist und für die nächsten Wettbewerbe nur wenige Auserwählte gemeldet werden können, ist das Training aller nicht minder notwendig; mehr denn je ■nussen wir danach trachten, uns auszubilden, um höchstes sportliches Können zu erreichen. , Wir haben zwar bei* Potsdam—Berlin gut abgeschnitten, müssen aber trotz- °e*n an der sportlichen Vorarbeit ein wenig Kritik üben. Unser Tumbrudei 5jrn.st Simon II hat sich die erdenklich grösste Mühe gegeben, um alle Läufe '" einem regelrechten Training heranzuziehen. Seine Bemühungen mussten aber eider an der Interesselosigkeit einzelner scheitern. Es gab Teilnehmer unserer Mannschaft, die sich kaum einmal richtig am Training beteiligt hatten, es wärt k?m sonst vielleicht möglich gewesen, einen noch besseren Platz zu eraimpfen. Wir sind fähig es zu leisten und wollen hoffen, dass im nächsten Janre Bar-Kochba unter den preisgekrönten Mannschaften genannt wird. * Liste der Teilnehmer am Staffellauf Podsdam-Berlin 1919. Friedländer, Hess, Behrend I, Dr. Hirsch, Scharlinski, Ebersohn, r. «i roth> Raszkowski, Reich, Röhr, Engel I. Engel II, Fürstenberg, Rose, ^orthelf, Meyen Ludnowsky, Littwitz, Caro, Milch, Haase I, Haase II, Behrend II, c?scn,awsky, Glaser, Fliess, Rosental, Simon, Frost, Rosenberg, Löwenstein, unyeizer, Stcinitz, Neftab, Schaps, Sammter, Sjfberstein, Lindenstrauss, Hopp, h?^lnsohn, Eger, Bock, Pfeife!, Kaminsky, Prag, Berne, Marks, Isenburg, Heilurni K i k o 1 e r. Bericht des jüdischen Turnuereins Stettin. w Trotzdem der grösste Teil unserer Turner dem Rufe zur Fahne gefolgt reivi § anS *s der zähen Arbeit der Zurückgebliebenen, den Turnbetrieb wäliirL crsrten Kriegsjahre aufrechtzuerhalten, imm cn> Üb mit immer längerer Kriegsdauer die schwache Mitgliedszalü der % men'r dahinschwand) und wir keine Jugendabteilungen hatten, konnte di» ,v,er'aH nicht mehr aufgehalten werden, und so fand im Februar 19K» letzte Veranstaltung statt. Zürü , Nachdem jedoch der Waffenstillstand die meisten unserer Turnhrüdcv Von ^eführt hatte; wurde Ende Dezember 1918 der Verein mit einem Stamme r ,J Mitgliedern wiederhergestellt. Erster Vorsitzender wurde Herr Gustav