Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 7 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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38 in vorbildlichem Eifer und Pflichttreue nur jedem Verein wünschen können. Er leitet auch die DamenhAbteifung. Der durchschnittliche Tumbesuch am Abend ist 15 Männer und 15 Frauen. Der Turnhallenbetrieb ruht während der Sommermonate Juni und Juli. Das geht in Danzig nicht ander?.'» Die Ostsee ist 5 km weit entfernt; da fährt man an warmen Tagen lieber baden nach Zoppot. Als Ersatz haben wir für die Damen eine Tennis-Abteilung eingerichtet. Leiter ist Herr Victor Cohn. Gut hält sich auch im Sommer unsere Sport-Abteilung, zwei Fussbalhnanschaften ihi blau^weisseti Jersey und unsere noch ziemlich1 schwache Leichtathletik-iMannschaft. Leiter der Fussball-Abteilung Herr Erichi Cohn. Wir (hatten unsere erste Mannschalt für die 3. Klasse der Bezirksmeisterschaft gemeldet, fingen auch ganz gut an, schnitten aber danin — warum soll man Fehler nicht eingestehen? — sdhiecht ab. Von 6 "Mannsidhiaften wurden wir fünfte. Wir waren nicht genug trainiert, bei unserem verhältnismässig guten Material können wir mehr erreichen. Unsere iLäufer dagegen haben im Eröffnungs-Waldlauf des Bezirks (Strecke 3600 m "i Mannschaftslaufen von 6 Mann) ganz gut abgeschnitten. 'Von 12 Mannschaften ■wurden wir als 3. Verein Sechster. Viel bemerkt wurde der gute Lauf unseres einarmigen Mitglieds JabTonowski. Unser bester Mann, Reif, ist bei seiner Jugend noch ein vielversprechender Langstreckenläufer. Er stürzte beim Oedränge am Start wegen seiner Kurzsichtigkeit über einen Pfosten, zerschlug sich sämtliches Gebein und wurde dann noch 14. Er hätte sonst ganz oben geendet. Was uns sehr fehlt, ist ein richtiger Leichtathletik- Trainer. Unser Turnwart Peiser kann nicht alles machen. Vielleicht kommt aus einem anderen Bruder-Verein jemand nach Danzig? 14 täglich machen wir gemeinsame Wanderungen in die Umgegend Danzigs, Wald, Meer, Berge. Es gibt wohl keine Stadt in Deutschland, die darin so bevorzugt ist, wie Danzig. Zuletzt aber möchte ich als dasi Wlichtigs» für die jüdische Erziehung unserer (Mitglieder und zugleich als das Nacnahmenswerteste für andere vereine unsere 14tägigen, für die Damen gesondert vierwöchentlichen, Vereinsabende anführen. Programm jedesmal: 1Vereinsangelegenheiten, 2. Jüd. Leitungsreferat, 3. Kneipe mit dem grünen Lxeoerbuch. Es bringt die Leute zusammen, schafft' jüdisches Gemeinschaf^gen"» und stellt — last not least — an den Leiter nicht zu grosse geistig«, An*- forderungen, in kleineren Vereinen, wo nur wenig jüdisch ausgebildete Krane sind, eine grosse Hauptsache. So geht es uns also ganz gut. Man kennt den Bar - Kochba in Danzig- Im Spielbezirk Danzig haben wir Sitz und Stimme. Mit den deutschen Ver^"e5 kommen wir gut aus, die Danziger Khille möchte uns gerne auffressen, ft*«* sich aber doch, wenn wir Erfolge haben. Ich habe noch immer die "*>I*' nung, dass einst eine Zeit kommen wird, in der die Juden sich schämen. werden, gegen ihre eigene Jugend; dk ihr jüdisches Volkstum zu Ehren bringen mu' gekämpft zu naben. h Vorläufig verweigert uns der Jüd. Gemeinde-Vorstand in Danzig nocn eine Subvention aus Gemeindemitteln, die er dem jüdisch-Jiberalen" Ju8?n°* verein „Gabriel Riesser" gewährt, wahrscheinlich weil er den Namen eine* Mannes trägt, dessen Nachkommen bereits alle dem jüdischen Volk Rücken gekehrt haben. . M Trotzdem hatten wir.auf unserem Purim-Ball 1200 Mark Ueberscnuw- Danzig, den 24. Juni 1919. Der Staffellauf Potsdam-Berlin. Von Meinhardt Marx, Sport-Abteihtng des Bar-Kochba, Berlin. Die grösste Veranstaltung des Jahres auf leichtathletischem Gebiet ist ausgetragen. 61 Vereine hatten Gelegenheit, zu zeigen, was sie nach ein Pause von 4»/» Jahren leisten konnten. Wie vorauszusehen war, errang Berliner Sport-Club vor dem Sport-Club Charlottenburg den ersten Frei».