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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 7 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
7 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 40)
Language
German
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40 'Die Beschaffung einer Turnhalle bot zunächst grosse Schwierigkeiten, doch gelang es bald der Rührigkeit unseres Vorsitzenden, eine Halle zu erlangen. Unseren langjährigen Turnlehrer, Herrn Stange, konnten wir wieder, gewinnen, und so fand am 6. Februar das erste. Turnen statt.; A|m 30. März veranstalteten wir eine Purimfeier mit Vorträgen verschiedenster Art, turnerischen VorfiUiruhjgen, Verlosung und Tanz. Die Feier brachte mehrere neue Mitglieder und einen guten finanziellen Erfolg. Der geistigen Erziehung waren bisher einige Vortrags- und Literaturabende gewidmet. Die Mitgliedszahl erhöhte sich allmählich auf 50 Turner und Turnerinnen. Wir treiben bisher Geräte- und volkstümliches Turnen und in .einer besonderen Gruppe das Tennis spiel. Sobald genügend Stimmung dafür vorhanden ist, beabsichtigein wir eine besondere Abteilung für volkstümlichen und leichtathletischen Sport zu bilden. i Ajm 12. Mai wurde nach Rücktritt von Herrn Brandt, dem wir für sein , eifriges Arbeiten zu grossem Danke verpflichtet sind, ein neuer Vorstand mit Herrn Julius Grau als Vorsitzenden gewählt. Bericht des Düdlsdien Turn-5porfüereins Königsberg. Nach Ueberwindung mancher technischer Schwierigkeiten haben wir unseren Turn- und Sportbetrieb Anfang April d. Js. wieder aufgenommen. Zuerst turnten jung und alt, Herren und Damen, bunt durcheinander an zwei Abenden in der Woche. Der Eifer war gross und überwand selbst die mangelnde Vorturnerschaft. Nach einem, Monat, den die Turner und »Turnerinnen dazu benutzt hatten, sich nach vierjähriger! Pause an dSe energische, turnerische Betätigung' zu gewöhnen, konnten wir die Teilung in Damen»- und Herrenriegen vornehmen. Mitte Mai eröffneten wir dann den Sportlbetrieb, so dass unser Wochenpkn in folgendem besteht: Für die Damen: lmal wöchentlich Sport und lmal Turnen. Für die Herren: 2mal Sport und 2mal Turnabende. Hierzu kommen allsonntägliche Turnfahrten, teils an die See, im Rahmen eines gemütlichen Familienaiusfluges niit gemeinsamem Baden in der See und' T umspielen atn Strande, teils in dien WakL «i Form einer Schnitzeljagd', die vielleicht die idealste Art des Waldlaufes ist. Die nunmehr erfolgte Trennung in Damen- und Herren-Abteilung hebt nicht das rege gegenseitige Interesse beider Abteilungen auf. Vielmehr nehmen die geübten Turnerinnen am Mänmerturnen teil, und die Männerriege turnt teil* als Vorturner, teils als Vorbild1 und Ansporn beim Damenturnen niit. Ebenso sind auch die sonntäglichen Turnfahrten gemeinsame Veranstaltungen beider Abteilungen. So ist bei uns bereits wieder ein einheitlicher Tumergeist tjPEr zogen, der auch dadurch weiterhin gefördert wirdi, dass jedes unserer Mitguede von der Wichtigkeit jeder Art von körperlicher Betätigung, sei es 'urneJV Sport oder Wandern, überzeugt ist, und dass im Mittelpunkt unseres Interesse nicht derjenige stehlt, der auf einem Spezialgebiet Höchstleistungen erziei» sondern derjenige, .der den grössten Eifer für die Bewährung und Schulung seines Körpers an den Tag legt. IZwei Schwierigkeiten erheben sich im Zukunft für unseren Betrieb, oK eine ist: die ungenügende Anzahl von Vorturnern, die andere: die Schwierig»; keit der Zeiteinteilung. Jede Woche hat eben nur 7 Tage, und ein gÜ?^Te Teil der Tumer und Turnerinnen hat verschiedene Abende durch hebra^cn Sprachlund Bijbelkurse besetzt, die oft mit den Turnstunden kollidieren. letzte Schwierigkeit, die die reiche jüdische Betätigung1, unserer Mitglieder weist, wird1 sich wohl irnl kommenden Winter beheben lassen, wahrend o fehlen<fe/ Vo rtunners cha f t noch lange hemmend auf die Entwi hing unserer Turner wirken wird.

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