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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 7 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
7 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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29 Und das schier Unglaubliche ward Wirklichkeit. Sie setzten ihren Willen 1? un(* zoßen — neue Biluim3) — nach Palästina, um dort als einfache Landarbeiter den jüdischen Boden und sich selbst mit ihm zu erlösen. — Sie erreichten das Land ihrer Sehnsucht. Sie schwelgten in dem neuen Gefühl, m. der Heimat zu siein; zum ersten Male fühlten sie sich kompromissios als Mensch. Nur eines fehlte. Und sie gingen und suchten die Arbeit, ^nrt sie sich selbst den Sinn ihres Daseins bewiesen. Und sie gingen Und suchten die Arbeit — und fanden sie nicht. Und sie konnten sie nicht finden, denn es g a b keine jüdische Arbeit ~?r Jude war in das Land gekommen und hatte den Boden gekauft. Es war Sejn juristisches Eigentum gejwiarden, doch nicht sein Eigen. Denn nicht er entrang ihm heue Werte, arabische Hände pflanzten den Weinstock und 9e,baum. Wenn aber deT jüdische Kolonist — dem es damals noch scniecnt genug ging — jüdische Arbeiter dingen wollte, so konnte er es nicht. JJenn der Arbeitslohn, der sich immer danach richtet, in welcher Zeit und welcher Werten die verbrauchte Kraft des Arbeiters ergänzt wird, konnte jur den jüdischen Arbeiter mit seinen vermehrten Bedürfnissen nicht so gering wie für den arabisdhdn Fellachen. Und der jüdische Kokmist wiederum Konnte, infolge der unabänderlichen Gesetze des kapitalistischen Systems, ind> v Konkurrenz und des grausamen Zwanges zur ,,Entwidkfoig durch sili uu1^ ums DaB€in" keine teuere Arbeitskraft benützen, wenn anders er «cn behaupten wollte. Die Enttäuschung der ersten Chaluzim") war grenzenlos. tJie schwächeren Elemente waren gezwungen, das Heimatland zu verassen, obwohl sie (damit bewtosfct auf das Glück verzichteten, das die Lebens- ««neinsdiaft dies eigenen Volkstums: gewährt. Der Rest aber schloss sich *" so enger zusammen, unt die jüdische Arbeit zu ertrotzen und zu erzwingen. ward Hapoel Hazair***) geboren, der m a 8 r'n z 1 p e r jüdischen Arbeit ist also der Kernpunkt p". , Ideologie der heuen Partei. Der Jude kann den Boden wohl kaufen. j-£ Kann, wie Martin Bub er es einmal ausdrückt, den Boden wtohl „besetzen", rtcirt' •n€ 'l^m 9e">st m bearbeiten, nicht „besitzen". Dass diese Auffassung srtw^t,S*' beweist u. a. im gegenwärtigen Augenblick die Lage in den posende« Ikrhanden" Wonl natten Deutsche mit deutschem Kapital bedeutende Teile q~ Badens (und auch des mobilen Kapitals)) in Besitz genommen. In vielen Bm> "k?enörte der grössere Teil des Bodens ihnen. Deutsch wiar der f~?!!z• Polnisch aber war dlie Arbeit, und darum auch polnisch das Land Pal'Irf- So" a,9° unser Land wirklich unser werden, soll es nicht mehT iüd das Pn»is*erland bleiben, sondern wahrhaft Erez Israel werden, das "'sehe Land, so muss die Arbeit jüdisch werden, g . erste Forderung des Hapoel Hazair lautet: Erlösung des ter h"S dl,rcn jüdische Arbeit. Dieser Forderung, die späz-uiA* Cha'uzprinzip zeitigte und die heute Allgemeinfen r.n a* ' 0 n a I - j üd i s ch e n Jugend ist, zum Siege verhol- * ,zu_ haben, ist das unvergängliche Verdienst des Ha*- f"*1 Hazair. Arhp>^°i<?1 mcnt nur den Boden, sondern auch den Menschen wird die not ün' Wir naben immer von der leiblichen und der seelischen Judenrt»L 8esprochen und sie immer falsch begründet. Ihr wahrer Grund liegt in aem Mangel der Arbeit. die Mi? ist einc Tat*adhe, (dass |in den Gebieten jüdischer Massensiedlung zmi» unserer Volksgenossen sich nicht von schöpferischer, Werte er- ScS i" Arbeit> ernährt. Wer erinnert sich nicht jener kleinen Städte, die ausin°ifm Al«chelm schildert, in denen die Juden die Gesamtbevölkerung •wwnen, in denen ein Pogrom nicht entstehen konnte, weil niemand da huiiirt»Ü) Die Bilu waren jüdische Studenten, die in der Mitte des vorigen Jahrer*Z ,} ,von Odessa aus nach Palästina zogen und dort Rischon le Zion als TOe gründeten. Die Red. ) Pioniere. *) Der junge Arbeiter oder (frei) die arbeitende Jugend.

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