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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 7 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
7 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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28 von Herrn Dr. Fritz Sternberg sowie von Fräulein Dr. Grete Pinn er vertreten. Es ist uns nicht möglich, hier einen ausführlichen Bericht über die hochinteressante und fruchtbare Arbeit der Tagung zu bringen; wir verweisen unsere Leser auf die „J ü - dische Rundschau" und auf „Volk und Land", wo ausführliche Protokolle der Referate und Diskussionsreden erschienen sind. Es sei nur erwähnt, dass die Forderungen der sozialistischen Arbeitsgemeinschaft im wesentlichen mit grosser Mehrheit angenommen würden, und dass die Abänderungsvorschläge Kurt Blumenfelds sich nur gegen das ominöse Wort „Sozialismus", nicht aber gegen einen gerechten und sozialen Aufbau Palästinas wandten. So stehen wir vor der erfreulichen Tatsache, dass die Palästina-Richtlinien der Zionistischen Vereinigung für Deutschland nicht nur die Nationalisierung des Bodens fordern, sondern auch für weitgehendes Mitbestimmungsrecht der Arbeiter in wirtschaftlichen Fragen, und für ein grosszügiges und freies hebräisches Schulwerk eintreten. Da die Beschlüsse der Londoner Zionistenkonferenz ganz in derselben Richtung liegen, so ist mit Bestimmtheit zu hoffen, dass die krassen Unterschiede zwischen „Arm" und „Reich", zwischen Ausbeutern und Unterdrückten gar nicht erst nach „Altneuland" hineingetragen werden, sondern dass Erez Israel durch eine soziale Gesetzgebung vom ersten Tage an eine wirkliche Heimat für unser Volk sein kann. Im übrigen entschied sich der Palästinadelegiertentag gegen das „maximalistische" Programm des Herrn T r i e t s c h, der seine Zuhörer nicht davon überzeugen konnte, dass die grosszügigen und weitgehenden Pläne, die er entwickelte, realisierbar seien. Die „minimalistische" Richtung, die eine Besiedlung in grösstmöglichem Umfange wünscht, von einer planlosen Einwanderung und der Erweckung verfrühter und übertriebener Hoffnungen indessen die grössten Gefahren für den Bestand und die Dauer des ganzen Werkes fürchtet, wurde durch die Herren Dr. Arthur R u p p i n und Dr. Elias Auerbach vertreten. Zu erwähnen ist noch die Neuschaffung eines Palästina-Amtes, das die Ansiedlungsmöglichkeiten prüfen und die Vorbereitungen erleichtern soll, und das nach detn Ergebnis der Abstimmung zu schliessen, wohl von den Grundsätzen der Herrn Dr. Ruppin und Dr. Auerbach beherrscht sein dürfte. Wir lassen nun Herrn Rudolf Samuel von den Gedanken und Zielen des Hapoel Hazair berichten, dessen Ideen sich, wie wir gesehen haben, auch im „allgemeinen" Zionismus immer mehr durchsetzen. Nicht einen Plan zum sozialistischen Aufbau Palästinas will ich hier geben, sondern an der Entwicklung ihrer Ideen zu. zeigen versuchen, was das Wesen unserer Partei ist. Die russiscnie iRevoWrion des Jahres 1905 hatte, wie alle Revolutionen, ihre Kreise weiter gezogen! und auch in anderen Völkern tiefgehende wan» hangen und Bewegungen des Geistes geschaffen. Je näher die Objekte der» Bewegung der» Kraftzentrum lagen, desto stärker musste die Wirkung sein. Und nirgends war sie stärker als bei dem Volke, das in engster Nachbarschaft die gewaltige Erschütterung des russischen Riesenreiches erlebte: bei dem jüdischen Volke. Am stärksten musste diese Bewegung naturgemäss in seiner lugend wirken. Und in der Tat: unberechenbar, unvorhergesehen und wunderbar war die Wirkung: Eine neue Jugend entstand, die bew|us8t, unter Verachtung der sogenannten Realitäten des Lebens, alles Oegebene, alles Bestehende verneinte. Das jüdische Volk lebte im Oaluth — »i e sahen ihre Zukunft » ZJon. Die Kultur des Volkes stagnierte und schien sich aufzulösen ".sjJ; waren überzeugte Hebräisten. Das jüdische Volke führte ein mehr oder minder parasitäres Dasein — «j-e verneinten das rein Geistige und suchten in der Arbeit ihren Lebensinhalt.

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