Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 7 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Bericht über die Pfingstfahrf der Frauen-Abteilungen Berlin—Bamburg, Von Johanna Thomaschewsky, Ifftus, Berlin. Aus dem Gedanken heraus, dass ein wahres Zusammengehörigkeitsgefühl nur durch innige persönliche Beziehungen wachgerufen werden kann, hatte» die Frauenabteilungen der Berliner und des Hamburger Turnvereins eine gemeinsame Turnfahrt für Pfingsten angesetzt. Nachdem man zuerst zwischen e,ner Treffahrt im Harz und einem Besuch der Berlinerinnen in Hamburg geschwankt hatte, entschloss man sich; der freundlichen Einladung der Hamburgerinnen zu folgen. Leider lehnte der Berliner B. K. zuletzt noch die I eilnahme ab, und nur 4 lfftusmitglieder unternahmen die Reise. Sie hatten genug Turngeist, um sich weder durch die Schwierigkeiten der Reiseverhältnisse, noch durch die Gerüchte von den drohenden Hamburger Unruhen schrecken zu lassen, und sie taten recht damit. Diese Pfinglstferien waren schön W1« kaum je andere vorher. A|m Freitag, den 6. Juni, verliessen wir Berlinerinnen unsere Stadt, und nach achtstündiger Fahrt wurden wir von unseren Hamburger Turnschwestern empfangen und in liebenswürdigster Weise bewirtet. Für Quartier und Ver- PtleSung war in rührender Weise gesorgt. Eben angekommen, fühlten wir uns gleich wie zu Hause. In aufopfernder Weise widmeten uns die Hamburgerinnen f h ^e'* vom Augenblick der Ankunft bis zur 'Abfahrt. Am Freitag abend tand ein gemeinsamer S y n ag ogen besu c h statt. Der Sonnabend war für?ie Sehenswürdigkeiten Hamburgs: Kunsthalle, Hafen, Elbtunnel, Alster usw. Bestimmt. Fülr den Abend war eine Zusammenkunft der Turnerinnen ein-?.9U™- Man unterhielt sich über den Stand der verschiedenen Vereine, über fi'6 Erfahrungen, die man bisher gemacht, über das Programm, das man sich Jur die kommenden Monate zurecht gemacht hat. Man lernte durch den Austausch der Meinungen. . Am Sonntag ging es bei strahlender Sonne auf fröhliche Fahrt in die neitle. 10 Hamburger Turnerinnen wanderten mit uns hinaus, und das waren £ Tage voll köstlicher Genüsse. Da wurde gewandert und geschwommen, "» wurde gesungen, gescherzt und gelacht, aber da fiel auch manch ernstes und anregendes Wort, das nicht irrt Heidewind verklungen ist. Am dritten ■age ging es für diejenigen, die beruflich nicht verpflichtet waren, noch nach °1 aJ™*enese, und der Elbdampfer brachte uns, die wir körperlich und jfcenseh erfrischt waren, zurück in den Hamburger Hafen. Noch ein geselliges j*ejsarnmensein nach einer zionistischen Versammlung, und dann kehrten wir ol + neim- Zeit unseres Urlaubs war vorüber; wir hatten sie prächtig genutzt. Wir verBessen die Hamburgerinnen wie gute, alte Freunde, wie1 "Renschen, *"it denen wir wahrhaft verwandt. Die gleiche Gesinnung, das oewusstsein der Arbeit am gleichen Werk hatte uns 'so schnell zusammen^ räi«mv\ und a"e Beteiligten haben wohl mit mir das Empfinden, dass die auTOliche Entfernung uns nicht mehr entfremden kann. Wir gehören zusanir men «r alle Zeiten! . ,Das sin*l: keine Redensarten, das entspricht unserem innersten Fühlen, "™ das sollte uns ein Fingerzeig »ein. Wir wollen weiter gehen auf diesem iä f?e<. Wir wollen versuchen, persönlich zueinander zu kommen! Am leichtesten una das in benachbarten Städten erreichen. Da können Treffahrten ver gf "»einsame Turn- oder Sporttage in gewissen Zwischenräumen wJ^iii 2 werden. Aber auch grössere Entfernungen sollten kein unuberaiicT j Hmdernis bilden. "Wie würde ich mich freuen, wenn mir Leiterinnen w^ anderen Städten schrieben: Wir kommen auf einige Tage zu Euch! oder: Ta» w?"en da und dort zu gemeinsamer Wanderung zusammentreffen! Freie bXrtf« - finden sich wiederholt im Jahre. Die Hamburgerinnen werden mir "JS"gen, dass wir auf diese Weise am besten und innigsten (zusammenkommen Erf™i «nd dieses Sichfinden ist ja die wesentlichste Voraussetzung für (den f™°'£ unserer Arbeit. Vielleicht gibt das für August geplante grosse Sport- C8' den ersten Anlass zu einem Meeting in Berlin.