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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 7 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
7 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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17 Daher ist auch der ständige Versuch zu verstehen, Mitglied eines grossen Regattaverbandes zu werden. Hier liegt unser Hauptinteresse an der deutschen Ruderei. Schon vor dem Kriege, im Jahre 1912 hatte die „Ivria" versucht, in den grossen „Deutschen Ruderyerband" einzutreten. Es ist der grösste Regattaverband und steht in Bezug auf sportliche Leistung bei Weitem an der Spitze. Da der Verband stark deutsch-national orientiert und überaus exklusiv ist, hatte uns dieser Schritt grosses Kopfzerbrechen gemacht* und nur die dringende Notwendigkeit, Regatten zu starten, zwang uns dazu. Wie wir es vorausgesehen hatten, wurde unser Gesuch abgeschlagen. Man mutete uns zu, grosse Zugeständnisse zu machen, unter anderem auf das Wort „jüdisch" in unserem Namen zu verzichten, und, aus unseren Statuten den jüdischen Paragraphen zu streichen, unter der Begründung, wir könnten unter anderem Namen weiterhin dasselbe tun wie bisher. Nähere. Verhandlungen erübrigten sich selbstverständ- »ch damals für uns. . Auf der anderen Seite stand uns der Eintritt in den „Norddeutschen Ruderverband" offen, der aber ein höchst zweitklassiger Ruderverband ist und sich in der Hauptsache aus paritätischen h. fast jüdischen Vereinen, zusammensetzt und ferner aus den vielen anderen besteht, denen ebenfalls die Aufnahme in den „Deutschen Ruderverband" abgeschlagen wurde. Irgendwelche Schritte, in den „Nordd. R. V." aufgenommen zu werden, haben wir schon aus gründen des Ehrgefühls unterlassen und uns lieber auf Regattem innerhalb des „Jüdischen Ruderverbandes" beschränkt, der sich ausVier „Ivria", dem Ruder-V. J. St." und der „Ruderabteilung des Bar Kochba, Hamburg" zusammensetzt, und zu dem jetzt noch die Rudervereine in Stettin und Halle hinzukommen. Immerhin können derartige Wettfahrten für uns nur ein sehr unvollkommener Ersatz für die uns unzugänglichen Regatten sein. Als im Kriege nun in Ermangelung älterer Jahrgänge die Jugendruderei zu einer gewissen Bedeutung kam, nahmen wir die Gelegenheit. Wahr, dem neugegründeten, etwas liberaleren, aber sonst nicht angenehmeren „Jugendruderverbande" beizutreten, und hier bot sich uns yie erste Gelegenheit, öffentliche Regatten zu belegen. Dank unser «uten sportlichen Leistungen standen die „Juden" hier in ganz gutem Rufe., ' Während des ganzen Krieges konnten wir uns der Hoffnung nicht entziehen, dass der „Deutsche Ruderverband", gewissermassen der opiegel der deutschen Ruderei, aus der letzten Zeit etwas; gelernt habe und von seinem „Herrenstandpunkte" und seinem etwas antisemitisch gefärbten Nationalismus abgerückt sei. Der letzte Rudertag cTS, e.^andes hat uns das Gegenteil gelehrt. Wenn er auch seine diesbezüglichen Paragraphen, vor allem den in weiten Rudererkreisen eruchtigten „Amateurparagraphen" etwas umgewandelt hat, so doch "ur so weit, dass ihm bei der Anwendung aller einschränkenden Be- »mmüngen weitester Spielraum gelassen wird. Aus den Reden am 7

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