Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 7 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Aus der Belegung. a) Uom Wassersport. Vorbemerkung der Redaktion: Wir bringen auf den nachfolgenden Seiten 3 Aufsätze, die sich mit der jüdischen' Ruderei beschäftigen." Rudolf Schönheimer äussert sich über die organisatorischen Aussichten etwas pessimistisch, während Fritz Engel mehr die positive Seite der Sache und besonders die grossen Erfolge der letzten Zeit hervorkehrt. Wir glauben nach unserer persönlichen Kenntnis der Sachlage sagen zu können, dass die Befürchtungen Schönheimers zwar theoretisch durchaus nicht unbegründet sind, aber doch in der Praxis durch die geradezu glänzende Arbeit der betreffenden Rudervereine widerlegt werden. Die Stellung der jüdischen Ruderei im Deutschen Rudersport. Von Rudolf Schönheimer, J.R.C. „Ivria", Berlin. Es ist schwierig, sich jetzt, wo die Verhältnisse nach dem Kriege noch nicht völlig geklärt sind, ein Bild über den Stand der deutschen Ruderei zu machen. In den letzten 4 Jahren hatte sie sich fast völlig auf das Jugendrudern beschränkt und nur vereinzelt sah man Boote mit älteren Mannschaften, niemals aber solche mit einer Rennbesatzung auf dem Wasser. Die Ruderei ist eine Sportgattung, die jede Art Menschen von irgendwelcher körperlichen Befähigung in sich aufnehmen kann. Erst die Art der Betätigung, das Wander- oder das Rennrudern, scheidet im allgemeinen die Veranlassung. So kommt es, dass man auch nicht einmal im Frieden sich ein Bild über den jährlich anwachsenden Rudersport machen konnte. Man kann höchstens die Wirbel und Strudel der deutschen Ruderei, die sich in den grossen Renn- und Wanderverbänden zeigen, zu einer gewissen Charakteristik heranziehen. An sich hat das Leben der deutschen Ruderei nur bedingtes Interesse für uns. Wir leben für uns, und selbst patriotische Verbandsveranstaltungen können uns nicht in das Leben der biederen deutschen Bier-Ruderei hineinreissen. Wesentlich wird die Frage der Eingliederung für uns in Bezug auf die Beteiligung an Regatten. Ohne den Antrieb einer Wettfahrt können wir unser sportliches Leben nicht so ausgestalten, dass der Sport die ihm gebührende Rolle in unserem Erziehungsleben spielt. Ohne den Rennsport, d. h. ohne den Sinn für höchste körperliche Vervollkommnung werden wir zu einem Wanderruderverein, dessen Zusammenleben sich auf schöne und angenehme Wanderfahrten mit all ihren Gefahren beschränkt, ein Blau- Weiss auf dem Wasser, von dem uns ja vor allem die Erziehungsmittel stark unterscheiden sollen .