Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 6 (1919) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
6 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/6492385-5965061-5965388--089-4923008
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Arbeit. Später hatte ich eine längere Unterredung; mit dem Oberförster, der die Leitung der ganzen Gutsverwaltung hat. Es äußerte sich durchweg befriedigend über * *k Tä%keit, wenn auch ihre Arbeitsleistung noch nicht ganz derjenigen von gelernten Arbeitern entspricht, so hob er doch ihre große ArbeitswTiligkeit und -Freudigkeit anerkennend hervor. Nach Feierabend war ich mit den Arbeitern in ihrem Häuschen zusammen. Ruhe und Zufriedenheit lag auf ihrem Gesichte und es waren nicht mehr die niedergedrückten gehetzten Menschen mit dem traurigen und trüben Blick, sondern aufrechte gesunde Inki ' in deren Augen der Glanz der Arbeitsfreude und Zufriedenheit lag. Sie lünlen sich so recht als freie Menschen, da sie wissen, daß sie ihren Lebensunterhalt aurch ehrliche Arbeit verdienen. Das Essen ist gut und reichlich, die Behandlung durchrJ? .menscnenwürdig. Das Einzige, was ihnen fehlt, ist geistige Anregung, vor allem Bucher und Zeitungen, insbesondere jüdische. Ich mußte Ihnen versprechen, dafür zu sorgen, daß sie regelmäßig Zeitungen, jüdische Bücher und auch ein hebräisches Lehrbuch, zugestellt bekommen. Am brennendsten war ihre Frage nach Palästina. „Was «oren sie von der Konferenz?" „Wann werden wir herüber können?" „Wann werden . wir für unser Land arbeiten können?" Zusammenfassend kann ich mein Urteil nur dahinabgeben, daß dieses 1. „Expe- ""Jent" mit Ostjuden durchaus geglückt ist, daß die vielen Zweifel, die von den vern u enen Seiten an dem „Arbeitenkönnen- und Wollen" der Juden erhoben werden, unberechtigt sind. Auf der Rückreise gelang es mir noch, zwei Verträge über je 10, je*P- 12 Arbeiter auf Gütern abzuschließen, die in diesen Tagen dort ihre Tätigkeit anireten können. Diesmal handelt es sich um eigentliche Landardeit. Hierbei werden uie Leute schon direkt auf ihr« zukünftige Tätigkeit für Palästina vorbereitet. feler des Reniahrstafies der Bäame In Benscheinen. , Der Neujahrstag der Bäume am 15. Schwat ist dieses Jahr auf dem Nationaltv'l lgüf öenschemen in außerordentlicher Weise gefeiert worden. Es beteiligten sich Elf ^"uikinder der judäischen Kolonien : Rischon le Zion, Beer Jakob, Neß Zionah, h l°\ Cne(terah unC| V0I) ßenschemen, insgesamt 228 Schüler mit ihren Lehrern. Einen heh»- " Charal<tei" erhielt die Feier durch die Teilnahme von 500 Soldaten der Dj°r**18chen Legion, die mit ihren Offizieren in voller Ausrüstung heranmaschiert kamen, bsf eP°näre pflanzten eigenhändig zur Ehre des Tages eine Allee von Johannisbrotunrilf;"' ^er Ver,auf öer ganzen Feier gestaltete sich überaus schön und erhebend, UI,u dieser Tag wird den Schülern und Soldaten lange in Erinnerung bleiben. Mi<u,i Allch ^a"a fand anläßlich des 15. Schwat eine Feier unter hauptsächlicher vora un8 aer Organisation Makkabi und der Boy Scouts statt, wobei Anpflanzungen m!?en.oramen wurden. Außerdem wurden an diesem Tage Blumen zugunsten des tischen Nationalfonds verkauft, Zorn 8. Berliner Hallensportlest. trioh. Zum ers,en Male nach 4 Kriegsjahren, die auch der Entwicklung des Sportbe- VerAi 8chweren Schaden zugefügt haben, versammelte der Verband Berliner Athletik zum h nam 281 Feb»*"a'' und >• März eine große Schar von Sportsleuten Im Sportpaläste deutlichll*jn80Portfeste. Die starke Beteiligung und die gezeigten Leistungen bewiesen selai. ' 2 das 'Presse für den Sport auch durch den Krieg in keiner w'eise nach- und « n "?*'und daß unsere Jugend immer mehr den Wert körperlicher Ausbildung Sonr?port icher Leistungsfähigkeit anerkennt. Eine besondere Freude aber für jeden erornh?8"S war es> daß er auf diesera Hallensportfeste eine stattlichr Zahl der alten und i £n KrieBer wiedersah, die durch ihre Leistungen zeigten, daß selbst Verwundung koni.»i e!an8e Entbehrungen ihre Leistungsfähigkeit nicht allzusehr beeinflussen ahnuuf"' VieTe» die un» f«"üher d«r<* ihre sportliche Tüchtigkeit erfreut und zur Nach- Ung w8 an«eregt hatten, fehlten. Wir wissen, daß sehr viele — ja, die Besten unter von an* nicnt niehr dem Sport werden widmen können, daß viele für immer geht mi *e8?nBen 9illd- Aber der Sport ist aus seinem Anfangsstadium heraus. Er wai di« en we'ter, trotzdem er so viele der erprobtesten Kräfte verloren hat. — man?»H*e?eigten Leistungen angeht, so waren sie durchweg sehr gut, besonders, wenn war h lttV daß fUr die "leisten nur eine ganz kurze Zeit zum Vortraining möglich Es w»; iE* > eben möchte ich vor allem den Sieg des Altmeisters Rau Im 50 m Laufen. r '"f jeden Sportsmann eine Freude die bestechende Art zu sehen, mft der er

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.