Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht des Tora- und Sportvereins R&rnbera.. Nach Rückkehr unserer männlichen Mitglieder aus dem Felde hat die Männerriege im Dezember nach vierjähriger Pause wieder ihre Tätigkeit aufgenommen. Die Männerriege, wie die Damenriege turnen nunmehr wöchentlich eine Stunde in der uns durch den Stadtmagistrat zur Verfügung gestellten Turnhalle der höheren Mädchenschule, Pindelgasse. Es wurde nunmehr die bereits 1914 begonnene Ausbildung von Vorturnern und Vorturnerinnen wieder aufgenommen und beteiligten sich an diesem Kurse je vier Mitglieder beider Riegen. Zum mindestens erst nach teilweiser Ausbildung der Vorturner können wir mit Bildung von Jugendriegen beginnen. Regelmälige Turnfahrten und einstweilen monatliche gemeinsame Heimabende wurden wieder aufgenommen und ebenso die Kneipabende der Männerriege. Die Vorstandschaft beginnt nunmehr mit einer großzügigen Propaganda-Tätigkeit durch Versendung von Flugblättern und durch geeignete Notizen im Jüdischen Echo. Die Generalversammlung im Januar hat jetzt eine vollständige Vorstandschaft gewählt und zwar Herrn Arthur Körösi zum 1. Vorsitzenden und noch 6 weitere Damen und Herren als Turnwarte, Beisitzer und Schriftführer. Unser Verein hat augenblicklich über 70 turnende und über 25 unterstützende Mitglieder. Die hier bestehenden nationaljüdischen Vereine, wie jüdischer Turn- und Sportverein, Herzl-Klub, Wanderbund Blau-Weiß, die zionistische Ortsgruppe haben eine Arbeitsgemeinschaft gebildet mit dem Zwecke, in ihren Bestrebungen sich ge8Jj°" seitig nach Möglichkeit zu fördern. Eine Arbeitsgemeinschaft sämtlicher jüdischer Jugendorganisationen von Nürnberg und Fürth ist geplant und es haben auch bereits Beratungen der hierfür bestimmten Delegierten stattgefunden. Bericht des Jüdischen Arbeitsamtes. Vorbemerkung der Redaktion. Das „Jüdische Arbeitsamt, Berlin C, Monbijouplatz 10" ist von der Zionistischen Vereinigung gegründet worden und bemüht sich mit größtem Erfolg seit Beginn der Demobilmachung, die arbeitslosen jüdischen Soldaten, sowie die Flüchtlinge aus dem Osten beruflich sicher *u Stellen- Hand in Hand mit dieser wirtschaftlichen Hilfe geht eine Ueberführung in produktive Berufe wie z. B. in die Landwirtschaft und die verschiedensten Handwerke. Folgender Bericht illustriert die Möglichkeit, aus den verschiedensten Berufskreisen heraus brauchbare und freudige Landwirte gewinnen. Das Jüdische Arbeitsamt bittet uns, in unserem Leserkreise darauf hinzuwirken, daß alles Material, besonders jüdische Zeitungen und Bücher, sowie nach Möglichkeit Geldmittel bei seiner Geschäftsstelle abgeführt w!r?,en-». Es herrscht bei den Landwirten ein ungeheurer Hunger nach geistigerNahrung. Wir hoffen, daß dieser Apell nicht ungehört verhallt.tdenn wer diejenigen unterstützt, die sich jetzt auf dem Lande für Palästina vorbereiten, hilft damit auch zugleich unser Land aufzubauen. Die Redaktion. . Vor ca. 3 Wochen ging ein Transport von 10 ostjüdischen Arbeitern nach Lieb«' roae-Niederlausitz, die nach persönlicher Rücksprache unseres Vertreters dort auf der .SS*1 be,fchaw8* werden sollten. Diese 10 Leute stammen aus Polen und sind Angehörige aller möglichen Berufe, ein Student, ein Drogist, ein Konditor, die meUte« andern sind Handelsangestellte. Vor einigen Tagen schickten wir nun wiederum einen unserer Herren nach dort, der uns folgenden Bericht über die 10 Leute gibt: „......N"n «einer Ankunft am Freitag abend ging ich am nächsten Morgen zur Ziegelei und suchte den Leiter derselben auf. Die 10 Leute wohnen In einem kleinen Hättspe» d-eruZiegeLeitund werden von der Frau des Ziegeleiinspektors verpflegt. Meto* *ni-dV. Fö.hr"n? und Arbeltsleistung der Leute wurde durchaus günstig beantwortet, pie Ziegelei isl zwar vorläufig noch nicht in Betrieb, doch werden die Arbeiter lÜVfi-!.?". vo»>erätend,en Arbelten und Erdarbeiten herangezogen. Einige hundert Meter hinter der Ziegelei traf ich 3 bei der Arbeit. Mit FeuereTfer hoben sie eine SSm i?UB,«s war iinJ f/eude' 8|e »o bei d er Ar bei t zu beobachten. Die Uebrlge» fand ich später im Schloßhof beim Zerkleinern von Holz. Auch sie waren eifrig b*« 26