Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Einstellung auf Palästina eintreten. Was wir drüben brauchen, ist ein gesundes Geschlecht; dafür zu arbeiten, scheint eine ihrer wesentlichsten Aufgaben zu sein. . , Wir waren von der Zufälligkeit ausgegangen, die die verschiedenen Organisationen unserer Jugend geschaffen hat. Die Frage und der Wille nach einer einheitlichen jüdischen Jugendbewegung ist in uns allen. Der Rahmen der Turnerschaft scheint geeignet, alle Kreise unserer Bewegung zu erfassen; vielleicht kann gerade sie, ähnlich wie der Blau-Weiß es begonnen hat, an der Schaffung einer einheitlichen national-jüdischen Jugendbewegung besonders mitarbeiten. _ Erich Rot h. Aus der Bewegnnfl. a) Das jüdische Volkshetm. (Fortsetzung und Schluß). Kürzlich habe ich in dieser Zeitschrift die Leitgedanken wiederzugeben versucht, die d>m Aufbau jüdiseher Volksheime zugrundeliegen. Es bleibt mir noch übrig, von ihrer praktischen Einrichtung zu sprechen, wie sie unter dem Gesichtspunkte dieser Ideen sich darstellt. Dabei ist es klar, daß ich auch hier mehr von Wünschen, als von im Augenblick verwirkltchbaren Möglichkeiten reden muß. Denn wir halten daran fest, daß das jüdische Volksheim kein Nachmittags- oder Abendhort, keine Stätte ausruhender Beschäftigung, sondern ein Brennpunkt konzentrierten alltäglichen Lebens ist. Die Ausführung der hier gegebenen Vorschläge ist abhängig von Zeit, Ort, Gesetz und Material. Um wirksam die Möglichkeiten des täglichen Daseins ausschöpfen und neuschaffen zu können, wird sich das Volksheim in kleinen, heterogenen Kreisen, („Provinzen" des Heimstaates) ausleben müssen. So werden wir zu unterscheiden haben zwischen der Arbeit in diesen Gruppen und der Arbeit, die der ganzen Gemeinde gemeinsam ist, und ihren Einrichtungen. Das Hauptkontingent des J. V., weil das eindrucks- und entwicklungsfähigste, werden die Gruppen der 6 — 15 jährigen sein. Diese werden gleich nach der Schule im J. V. ihr Heim finden. Hier machen sie unter Aufsicht einiger Erwachsener ihre Aufgaben, um dann nach Alter und Geschlecht geschieden in zweimal fünf bis sechs Kameradschaften von ungefähr 15 Kindern (bei großer 2ahl in entsprechenden Parallelabteilungen) unter einem Leiter oder einer Leiterin ihre besondere Tätigkeit zu haben. Hier wird gewandert, musiziert, gespielt, gelesen, Geschichte getrieben. Nie hat dies wie von einem Katheder herab zu geschehen, sondern: in Art einet colloquiums, in zwanglosem Selbstfinden, Die Freude, selbst »auf etwas gekommen zu sein", soll die Kameraden beleben. In den Gruppen der 12-15 jährigen wird wechselnd die Leitung, die Haltung eine» Vortrags, den Einzelnen unter unauffälliger Oberführung des Helfers Obertassen werden. Geburtstage, kleine Feste werden gemeinsam begingen; auch außer dem Heim gehören die Leiter und ihre jungen Freunde zueinander, sie besuchen einander in den Wohnungen. Der Leiter ist nicht der väterliche Freund, sondern der ältere Bruder der Jungen.