Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/6492385-5965061-5965388--078-4922997- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ihnen sind aufs Land gegangen, um sich auf die Arbeit ki PaJftsiina vor» zubereiten. Sie sind zu jeder, auch der schwersten Arbeit drüben bereit. Sie steilen die Pioniere unserer Bewegung. So viel man auch über Anschauungen und Meinungen, die viele von ihnen vertreten, streiten kann, eins ist gewiß, ihr Leben ist eine Tat; soweit es hier möglich ist, haben sie mit ihrem Nationalismus Ernst gemacht. — Die meisten Blau-Weißen sind Schüler, im übrigen aber können /' ademiker und Nichtakademiker ihm angehören. — Der Herzl-Buad ist unter den Jugendverbänden, die wie die bisher genannten nur nach dem Prinzip der Wahl neue Mitglieder bei sich aufnehmen, im wesentlichen aus Nichtakademikern, zumeist jungen Kaufleuten, zusammengesetzt. Er ist kurz vor dem Kriege entstanden, umfaßt heute annähernd 300 Mitglieder und ist in über 10 deutschen Städten vertreten. Er ist eine Erziehungsgemeinschaft wie alle anderen auch. Für Palästina betont er gegenüber den Studenten, die als Aerzte und Lehrer Ubersiedeln wollen, und den Blau-Weißen, die zur Landwirtschaft gehen, die Bedeutung kaufmännisch geschulter Kräfte für den wirtschaftlichen und organisatorischen Aufbau des Landes. Das Problem „Beruf und Zionismus* ist für den jungen Kaufmann ohne Zweifel ein besonders schweres. Desto stärker versucht der H. B. durch seine Erziehung und die spezielle Vonbereitung auf die seiner Menschen harrenden Aufgaben im Lange zu wirken. Die wirtschaftlichen und sozialen Probleme Palästinas stehen dort besonders im Vordergründe des Interesses. Die H. Cer, denen man mit Unrecht eine Zeitlang einen besonderen Berufszionismus vorwarf, wollen versuchen, an ihrer Stelle mit ihren Kenntnissen und Fähigkeiten am Aufbau Palästinas zu wirken. — Aehnlich beginnen die zionistischen Mädchenklubs, die sich neuerdings zu einem Bunde zusammengeschlossen haben, sich ihr spezielles Wirkungsbereich klar zu machen und danach ihre Arbeit hierzulande einzurichten. Man steht noch in den ersten Anfängen und ist bisher zu keiner einheitlichen Arbeit gelangt. Auch die überall bestehenden zionistischen Jugend vereine, die mit teils größeren, teils geringeren Erfolgen ihre Mitglieder in die zionistische Gedankenwelt einzuführen und unserer Idee neue Anhänger heranzubilden suchen, sind nur hier und da Uber dos' Stadium eines Diskutierklubs hinausgegangen, jmmerhin bilden sie und zwar gerade in der Provinz ein wertvolles Glied in der Kette unserer Organisationen. Wenn wir vom jüdischen Volksheim, über das hier schon geschrieben ist, und vom Hapoffl Hazalr, der keine Jugendorganisation, sondern eine politische Partei ist, absehen, scheinen alle anderen Verbände bis auf den erwähnt, Uber dessen Organisation in diesen Blättern am allerwenigsten zu reden ist. Ich spreche von der Turnerschaft. Vielleicht aber dürfen ein paar Worte von den Aufgaben gesagt werden, die meines Erachtet» der Turnerschaft in der nächsten Zeit gesteilt sind. Alle Kreise unserer Jugendbewegung danken ihr, daß sie den Gedanken der körperlichen Regeneration, des „mens sana in corpere sano", als Anklage proklamiert hat Die Turnerschaft sollte mehr als bisher versuchen, diesen Gedanken in allen Verbänden unserer Jugend durchzusetzen; sie sollte in engster Zusammenarbeit mit allen Organisationen dahin wirken, daß die Menschen, die hinausgehen, gesund und kräftig sind und so an der Schaffung einer starken Generation in Palästina mitarbeiten. Die Tumereehaft sollte mehr als bisher auch gerade in ihren Kreisen für eine radikale, kompromißlose 16