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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 6 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
6 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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Handfertigkeiten, so besonders selbstgefertigte Arbeiten zu Chanuka oder zu den Geburtstagen der Eltern etc. gehören zum Arbeitsfeld aller Gruppen. Auch Wandschmuck für das elterliche Haus, bei dessen Herstellung der Geschmack gebildet wird, wird gearbeitet. Wird hierdurch und durch die Besuche schon einer Entfremdung der Kinder von dem Zuhause gesteuert, so wird der Connex noch inniger gestaltet — und so in der Tat eine einige Stadtviertelsgemeinde geschaffen — durch die Elternabende, Mütterbesprechungen. Zwischen den Gruppen läuft die Beschäftigung in den Jugendwerkstätten (Tischlerei, Buchbinderei, Metallarbeit, Sattlerei u s.w.) In den Kindergärten finden die Kinder von 3 bis 6 Jahren Aufnahme. Hier ist eine grundlegende jüdische Beeinflussung durch Unter* haltung in hebräischer Sprache zu versuchen. In den Jugendklubs vereinigt sich die ältere Jugend im Alter bis zu 25 Jahren, in den Abendklubs der jüdische Arbeiter und die Arbeiterin, Handwerksmeister etc. Hier wird das Leben mehr geistiger Art sein. In Gemeinschaft mit den Helfern lernen die Mitglieder dieser Kameradschaften den Wert ihres Standes schätzen, beschäftigen sich neben spezieller Lektüre und Studium mit den allgemeinen menschlichen und jüdischen Problemen. In allen Kameradschaften ist eine gründliche Kenntnis der jüdischen Geschichte, der hebräischen Sprache, der jüdischen Geisteswerke aller Zeiten zu vermitteln. Die Vorbereitung zu den Jugendklubs ist z. T. auch Sache der Berufsberatung. Für die älteren Gruppen sind gemeinsame Abendunterhaltungen zu veranstalten, die zeitweilig zu Volksunterhaltungen des ganzen Viertels zu erweitern sind. Der gesamten Heimjugend stehen jüdische Gärtnereien, Ferienkolonien und landwirtschaftliche Farmen zur Verfügung. Gemeinsam sind dem gesamten Heim das Feiern der Feste und Frühjahrswanderungen» Gemeinsam sind der ganzen Kolonie die Benutzung der sozialen Hilfseinrichtungen : Mütterschutz, Säuglingspflege, ärztliche und juristische Hilf*» häusliche Fürsorge, ferner die Volksbibliothek, die Landkolonie, das Anhören des Heimtheaters, die Benutzung des rituellen Bades, die Teilnahme an der Heimkonsumgenossenscbaft u. a. m. Ueberall sind die Helfer Teilnehmer, Gebende und Nehmende» Lernende besonders in den Abendklubs, wo zwischen den jüdischen Proletariern und den Helfern ein fördernder Auswechsel von jüdischen und weltlichen Wissen und Werten stattfindet. Unter sich werden sich die Helfer zusammenfinden müssen zum Auf tausch ihrer Erfahrungen an den Gruppen und zur Beratung. Zu ihren Sitzungen werden sie einige befähigte Jünglinge und junge Mädchen von der Heimjugend zuziehen, um auch deren Standpunkt kennen zu lernen und Anregungen zu erhalten. Die geeignetsten von jenen werden «ur führerischen Mitarbeit als Unter- oder selbständige Helfer herangezogen. Neben den Zusammenkünften der Helfer, die sich mit den besonderen Heimfragen befassen, werden solche stattfinden müssen, in denen die jüdischen und allgemeinen Kenntnisse vertieft werden, damit ein mttnt sozialeres nur reiner jüdisches, unbedingtes Empfinden und Wesen »icn bildet 18

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