Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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für den Aufbau des Landes und das Leben im Lande, der gemeinsame Grundgedanke, der die heutige Welt als Maßstab verneint und nene Formen, neue Wege suchen läßt, das alles berechtigt uns, von einer national-jüdischen Jugendbewegung zu sprechen. Verschiedenartig sind die Formen ihrer Organisationen. Wie der Zufall sie zusammenwarf, schlössen sie sich zusammen: Studenten, Kaufleute, Turner, Frauen. Alle versuchten, ihre eigene besondere Arbeit im Rahmen der großen Idee zu finden, alle mußten erkennen, daß ihre Trennungen keine zu innerst gerechtfertigten, sondern nur auffällige äußerliche sind. Denn die Erziehung des jüdischen Studenten, Kaufmanns, vi"?61* 2U-m iu^'8cnen Menschen, zum wertvollen, nützlichen Glied jüdischer Volksgemeinschaft in Erez Israel ist, kann nur eine allen gemeinsame Aufgabe sein. Deswegen sind die Differenzierungen, die sich mit der Zeit herausgebildet haben, nur vorübergehende. Deswegen muß man, wenn man über die Organisationen unserer Jugend spricht, immer wieder betonen, daß, so verständlich das Entstehen und wachsen verschiedener Verbände sein mag, ihr Weiterbestand, ihre Absonderung und Separierung gerade bei dem Oedanken an ein einheitliches jüdischen "Gemeinwesen in Palästina für die Dauer nicht berechtigt erscheint. , Die Organisation unserer Studenten ist die älteste junger Nationäljuden jn Deutschland. Ueber 1300 Akademiker sind in ihr zusammengeschlossen. Nach der 1914 erfolgten Fusion des Kartells Zionistischer Verbindungen mit dem Bund Jüdischer Korporationen steht das Kartell jüdischer Verbindungen nach den 5 Jahren des Krieges nun vor seiner eigentlichen 2"|8abe und Arbeit Viele gegensätzliche Meinungen und Anschauungen!*>a in ihm vertreten. Der erste Kartelltag nach dem Kriege, der vor ein paar Monaten in Berlin stattfand, hat zu einer Aussprache aller Strömungen Jjn Kartell geführt Neben schrankenlosen Individualisten fanden sich Anhänger einer strengen Korporationsform; entschieden sozialistische Elemente standen neben bürgerlich orientierten Menschen, die die heutigen Formen europäischer Wirtschaft und Oesellschaft auch für uns und Palästina anerkennen. Die Mehrheit des Kartells verbot die Satisfaktion mit der Waffe, die bisher Pflicht eines KJVers war, sie wandte sich gegen die seiner Zeit vom Deutschen übernommene Form des Corps und der Kneipe. Erneut betonte sie die Politisierung des jüdischen Menschen als ein Ziel ihrer Erziehung, des Menschen, der sich für alles und iedes unserer Arbeit verantwortlich fühlen sollte. Die Aufnahme von Nichtakademikern wurde unter gewissen Umständen gestattet Diese letzte Bestimmung hängt mit dem zusammen, was man seit einiger Zeit mit einem Schlagwort im K. J. V. die Blau-Weiß-Frage zu nennen pflegt Der Blau-Weiß, der bei seiner Gründung vor Jahren kein anderes Ziel hatte, als ein Wanderbund zu sein, nat sieh, besonders im Kriege, zu einer Gemeinschaft entwickelt die ihre Menschen ganz zu erfassen verstand. Der Blau-Weiß ist vielleicht die emzige Organisation, die einen ungefähr einheitlichen Typ des jungen Nafonahuden herauszubilden beginnt Es sind junge Menschen, die eine fteftige Erschütterung, eine aufwühlende Revolutionierung ihrer Seele erj**iren haben, denen die zionistische Idee nicht nur irgend ein Bekenntnis °edeutete, sondern ihr ganzes Leben, alle ihre bisherigen Anschauungen, jjewohnheiten, Studium und Beruf umwarf, um sie ganz in den Dienst der Judischen Bewegung und palästinensischen Arbeit zu stellen. Viele von 6 IS