Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Icleinstädtischen Mädchen, die zum Teil gleichgültig, zum Teil in ganz gegensätzlichen Anschauungen groß geworden sind, sie sind nicht so ohne weiteres für zionistische Diskussionen zu haben. Hier gilt wie überall die Erfahrung: Nicht durch Reden kann man sich wahre Anhänger schaffen, sondern durch Taten. Das Turnen in einem jüdischen Turnverein ist eine Tat. Dazu rufe man, wenn irgend möglich, schon die Kinder zusammen, dann wird auch dort ein Stamm von Mädchen heranwachsen, der freudig bereit sein wird, mit uns zu lernen und bei unserer Arbeit mitzuhelfen. Durch Briefwechsel mit verschiedenen unserer Vereine habe ich erfahren, daß die Tätigkeit jetzt überall neu und mit ganzer Kraft einsetzt, und daß man mehr als je vorher alle Hebel in Bewegung setzt, um die Turner und Turnerinnen zu einer einheitlichen bewußt arbeitenden Gemeinschaft zusammenzuschweißen. Ich würde mich freuen, wenn die hier gegebenen Anregungen auch einen kleinen Beitrag dazu liefern würden« Jedenfalls aber hoffe ich, daß der Gedankenaustausch über Erziehungsfragen, der hier eröffnet ist, nun keine Unterbrechung mehr finden wird. Je mehr wir hier berichten werden über die Wege, die sie eingeschlagen, über die Erfahrungen, die sie dabei gemacht und über die Erfolge, die sie dabei erzielt haben, um so schneller werden wir eine einheitliche Methode für unsere Mädchenerziehung finden. Johanna Thomaschewski. Organisation der naHonalJödischen Sagend. Vorbemerkung der Redaktion. Der bisherige Jugendsekretär, Herr Dr. Max Hirsqji, der für die Turnbewegung außerordentlich viel übrig gehabt hat, und dem wir auch auf diesem Wege noch einmal unseren Dank aussprechen wollen, hat sein Amt niedergelegt, um sieb der Landwirtschaft zu widmen. Seinen Nachfolger, Herrn Erich Roth vom Herzl Club, haben wir gebeten, in unseren Blättern Uber die einzelnen Jugendorganisationen zu berichten. Wir hoffen, daß er ebenso wie Herr Dr. Hirsch für die Turnerschaft arbeiten und ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen allen Teilen der nationalsjüdischen Bewegung herbeiführen wird. Gleichzeitig eröffnen wir mit dem nachfolgenden Artikel eine neue Rubrik in unserer Zeitung. Wir wollen mehr als bisher die Turnbewegung in den Kreis der national-jüdischen Organisation hineintragen, und glauben diesem Ziel unter anderem auch dadurch näher kommen zu können, daß wir regelmäßige Berichte aus den verschiedensten Zweigen der Bewegung in der Turnzeitung veröffentlichen. Wir machen in der heutigen Nummer einen Anfang mit den Artikeln über den Nationaljuden und das jüdische Arbeitsamt und werden in den nächsten Heften nacheinander die Vertreter des Hapofil Hazayr, des Blau-Weiß, des Herzl-Bunds, des Volksheims, des K.!• V. und der übrigen Organisationen zu Worte kommen lassen. Der nachstehende Aufsatz möge unseren Lesern eine zusammenfassende Uebersicht geben, die dann durch die Berichte der einzelnen Organisationen erläutert und belegt werden mag. Es ist ein Zeichen der schnellen lebendigen Entwicklung, die der zionistische Gedanke in der jüdischen Jugend hervorgerufen hat, wen« es notwendig ist, heute eine Uebersicht Uber die verschiedenen Verbände, national-jüdischer lugend zu gehen. Aus den ersten Anfängen, den Diskutierklubs und Literaturvereinen wurden Organisationen, die Tausende junger jüdischer Menschen erfaft haben, die sich aber nicht nur organisatorisch, technisch, zusammengeschlossen fühlen, sondern auch und vor allen Dingen im Geiste zusammengeschlossen sind, in demselben Wollen und Streben, in demselben Ringen und Streiten für ihr Ideal. Die gemeinsame Liebe zu Palästina, die gemeinsame Vorbereitung und Arbeit 14