Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Schoß gefallen sind. Sie ist befriedigt in der Erfüllung der Pflichten, die Beruf und Familie ihr auferlegen. Nach anderem trägt sie selten Verlangen; und wenn dieser Kreis erst einmal geschlossen ist, und das ist im Durchschnitt bei Achtzehnjährigen schon der Fall, dann ist es sehr schwer, sie tiefer zu beeinflussen. Darum muß unsere Arbeit viel früher einset een. Wir müssen versuchen, die VierzehnbisSechszehnjährigen, die eben aus der Schule Entlassenen, zu uns zu bekommen. Sie sind noch nicht festgelegt, sie stehen noch vor der Entscheidung; jsie sind noch von viel heißeren Wünschen, von viel stärkerem Wollen erfüllt Mit einem gesunden Idealismus beginnen sie den neuen Lebensabschnitt, und es kommt nur darauf-an, diesem Idealismus eine würdige Grundlage zu bereiten. Unsere jüdische Seche bietet sie im besten. Sinne. .puren geeignete Propaganda in den Schulen werden wir diese Mädchen für uns gewinnen können. Am besten wird es sein, wir ziehen »»e uns schon in unseren Schülerinnenabte Hungen groß. Die Gründung solcher Abteilungen ist für uns ein wichtiges, vielleicht sogar das wichtigste Kapitel. Für Kinder gibt es. nichts Schöneres als ein tüchtiges körperliches Austoben. Die Turnstunde ist für sie in der Schule die schönste von allen Unterrichtsstunden. Und wo sich ihnen noch außerhalb der Schule Gelegenheit zum Turnen bietet, da begrüßen sie das mit Freuden. Unsere besten Jüdischen Turnerinnen Itaben Früher den Jugendabteilungen der deutschen Turnerschaft angehört, und sie erzählen noch heute, wie sie die Vereinsturnstunde kaura-eiwarten konnten, wie sie schon eine halbe Stunde vor Beginn vor der Türgeattnden heben, um nur ja als die ersten an das Gerät zu kommen. Sollten wir nicht imstande sein, einen solchen Eifer in unseren Kindern wachzurufen? Sicherlich. Wir müssen sie nur außerdem noch mit hundert anderen Banden an uns fesseln. Wir müssen ihnen die beste Leiterin und die besten Vorturnerinnen, die wir haben, überlassen, diejenigen, die etwas können, und die außerdem bereit sind, all ihre freie Zeit, all ihre Kraft in den Dienst der Kinder zu stellen. Sie müssen mit ihnen so oft -wie .mvö gl ich .zusammen sein. Sie müssen sich mit ihnen zusammenfinden zu Spiel und Lied, sie müssen sie in einfachster Weise in Jüdische Dinge einführen, durch Lektüre jüdischer Jugendbücher, durch das Feiern der Feste. Sie müssen ihnen das Leben im Verein unentbehrlich nwchen. Die Kinder müssen, wie zu ihrer Familie, so zu ihrem Verein mit .Leib *rtd Seele gehören. Der Gedanke, ihn jemals verlassen zu können, muß üusie unfaßbar sein. Da* Material, das aus solchen Jugendabteilungen hervorgeht, nachher •n ganz bewußter Richtung nach unseren Plänen zu erziehen, muß eine Freude sein. Darum kann ich nur nochmals dringend dazu raten, das Hauptaugenmerk auf diefltädehenabteilungen zu lenken. Sie sind so wichtig, daß man es, wenn es sein muß, um ihretwillen ruhig wagen soll, Qen-Fraueng«»pp«n die'besten Kräfte zu entziehen; die gehören eben dahin, Wo sie am<fruchtbarsten wirken können. Bei Neugründungen sollte jn*n steh zunächst mögliehst nur auf Jugendabteilungen beschränken. E»ne allmähliche natürliche Entwicklung wird immer die gesundeste sein. Und bei der Gelegenheit möchte ieh mit einem andern praktischen Vorschlag "'cht zurückhalten. Ich -weiß, daß in vielen kleinen Städten der Versuch gemacht winde, die jüdischen Mädchen zu einem Klub zusammenzu- "önueßen, uad daß er scheiterte. Für mich ist das nicht erstaunlich. Die 13