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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 6 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
6 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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für die Frau, das Leben im jüdischen Hause überhaupt zu beeinflussen und nach Stellung und Ansehen der jüdischen Frau im Laufe der Geschichte. Bibel, Talmud, Sprüche der Väter usw. liefern dazu interessante Beiträge. Auch zu anderen Ausblicken können die Feste eine Grundlage geben. So lassen sich alle Dinge von den verschiedensten Seiten beleuchten. Und eine Wiederholung der Diskussionsfragen, die langweilig wirken könnte, brauchte auf Jahre hinaus nicht nötig zu sein. Ich könnte noch Beispiele mannigfacher Art anführen; so ist an die Erörterung sozialer Fragen, an Berufsberatung hier noch gar nicht gedacht Aber ich will es für heute genug sein lassen, und lieber noch einiges über die äußere Organisation der Heimabende hinzufügen. Es ist schon vorher betont worden, daß sie vor allem auf dem Boden herzlicher Kameradschaftlichkeit aufgebaut werden müssen. Daraus ergibt sich als erstes die Notwendigkeit, die Zahl der Teilnehmerinnen zu beschränken. Sie sollte nicht mehr als zehn bis höchstens fünfzehn betragen, sonst gebt der intime Charakter der Veranstaltung und damit ihr Wert verloren, unseren Turnvereinen ist eine solche Einstellung im Anschluß an die Riegen sehr leicht möglich. Jede Riege muß ihren eigenen Heimabend haben, geleitet von der Vorturnerin oder von einer eventuell geeigneteren Turnerin, die ihrerseits aber auch eifrig auf dem Turnboden mittun muß. Keineswegs sollte man Kräfte von außen her zur Leitung heranholen, aus Gründen, die wohl schon deutlich genug hervorgehoben sind. Für die Vorturnerihnen sind nötigenfalls noch in größeren Zwischenräumen, vierzehntägig oder monatlich einmal, besondere Instruktionsstunden einzusetzen. Sie sollten außerdem Uberall da, wo offizielle Belehrungskurse stattfinden» zur Teilnahme verpflichtet werden. Vorturnerinnen, die nicht zur jüdischen Mitarbeit geneigt sind, dürften bei uns überhaupt keinen Platz mehr haben Die Vorschläge, die ich in den bisherigen Artikeln hier ausgesprochen, habe, sind nur zum geringen Teil neu; sie sind, wenn auch nicht gerade in dieser« so doch schon oft in ähnlicher Form zur Ausführung gekommen, doch einen rechten Erfolg haben sie selten gebracht. Wohl sind einzelne, und sicherlich nicht gerade die schlechtesten, dadurch unserer Sache gewonnen worden, ein fester Stamm hat sich herausgebildet; aber die meisten sind trotz aller Mühe nicht zu erfassen gewesen. Den Gründen dafür gilt es nachzuforschen. Ich sehe den Fehler darin, daß wir uns nicht genügend um das bestgeeignete Material bemüht haben; ich meine bestgeeignet in bezug auf das Alter. Die Mädchen, die wir bisher in der Hauptsache zu uns heranziehen wollten, waren solche im Alter von 18 bis 25 Jahren» solche, die beruflich und — wenn ich so sagen darf — auch gesellschaftlich schon stark in Anspruch genommen waren; solche jedenfalls, die ihren Arbeits- und Lebensplan schon fertig vor sich hatten. So ist es in der Tat bei den Mädchen, ganz im Gegensatz zu den Jungen in diesem Alter. Der Junge fängt mit lf oder 18 Jahren so recht erst an, Auge und Ohr für das allgemeine Leben zu öffnen. Er verlangt dann geradezu nach einer Führung, die ihm Stütze und Sicherheit bietet, die ihm Ordnung bringen hilft in all das Durcheinander, das da draußen zu herrschen scheint Und die Persönlichkeit des Führers wird von bestimmendem Einfluß auf seine Entscheidungen sein. Das Mädchen hat nun einmal von jeher viel weniger Sinn für parteipolitisches Leben, und das wird auch vorläufig wohl kaurn* anders werden, trotz all der Rechte, die jetzt der Frau über Nacht in den 12

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