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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 6 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
6 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Der Zweck dieser Ausführungen war der folgende: Ich wollte eistens einmal auf die problematische Bedeutung der Erziehungsfragen hinweisen und somit anregend wirken, daß unsere Erzieher (Turn-, Sport- und Fechtwarte, Vorturner usw.) sich mit den nötigsten Kenntnissen für ihre verantwortungsvolle Arbeit ausrüsten.*) Ohne pädagogisches Wissen (Kenntnis der Bewußtseinslehre, allgemeine psychologische Grundsätze, Typenlehre u. a. tn.) geht es nicht. Rein technische Fähigkeiten allein genügen nicht mehr. Damit ist nicht etwa gesagt,-daß wir nun nach einem wissenschaftlich zusammengestellten Schema einen Normaljuden erziehen wollen. Der befähigte und geschulte Erzieher wendet intuitiv das Richtige an. Für ihn ist die exakte Wissenschaft nur Wegweiser und Kontrolle, sowie ein ausschlaggebender Faktor in Zweifelsfällen. Und ein Zweites wollte ich durch meine Ausführungen erreichen. Wir dürfen bei unserer Erziehung dem Individualismus nicht weiter entgegenkommen, als er der Gemeinschaft zweckdienlich ist. Wir wollen ein gemeinsames nationales Ziel erreichen. Das steht vor allem 1 Unsere .Jugend soll keine Horde werden, die auf demselben Wege wahllos diesem Ziel entgegentrottet. Jeder mag seinen Weg gehen. Aber daß dieser Weg auch zum Ziel hinführt, das ist die Aufgabe unserer individuell differenz.!£rten Erziehung. Wird sie zu differenziert und zu individualisiert, so führt sie vom Ziele fort zum Egoismus als Selbstzweck. Videant consulest**) — , *) Die im Inseratenteil angezeigten Tum-Lehrbücher des Arbeiter-Turnverlags bieten hierbei eine wertvolle Hilfe. (Die Red.) ") Anm: Die hier angeschnittenen pädagogisch-psychologischen Probleme werden in den Büchern von J. Wolff, Kerschensteiner, Prof. Dr. Aster, Friedrich Wilhelm f orster u. a. grundlegend behandelt. Einen wichtigen Teil der exakten Basis solcher Untersuchungen schufen die Werke von Prof. Sigmund Freund. Umgestaliana des Tarnbetriebes? Im zweiten Heft der „Jüdischen Turn- und Sportzeitung'' macht unser nauptturnwart Leo Kaminski Propaganda für die Umgestaltung des Turnbetriebes. Wir haben diesen Artikel mit ganz besonderem Interesse gelesen, und sind dabei zu dem Resultat gekommen, daß der Titel des Aufhr8 ^0n aemem mna^ eigentlich widerlegt wird, denn der Titel verheißt schließlich doch nur eine Umgestaltung, die zu diskutieren auch uns notwendig erscheint Ab,er die Gedankengänge Kaminskis gehen nach "nser Ansicht erheblich über das hinaus, was man gewöhnlich mit dem Begnffe „Umgestaltung* verbindet Wir konnten uns der Erkenntnis nicht verschließen, daß der Verfasser bei Abfassung seiner Zeilen den Boden ihm sonst so geläufigen Praxis in kühnem Gedankerischwünge verlasen hat Wir rufen ihm deshalb zu: In unserer Sache ist mir die **raxi8 Leben, die Theorie aber ein Traum, der oft schöner scheinen mag •» die Wirklichkeit Im zweiten Absatz sagt L. K.: „für uns gilt es den Betrieb der Leibes- "BunÄen, der besonderen geistigen und körperlichen Struktur der Juden gemäß, zu gestalten". Dieser Satz wird uns auch durch den folgenden, |jen Absatz abschließenden Satz, nicht verständlicher. Ein Kenner der deutschen Turnerei und ihrer Geschichte, und das ist Kaminski doch ent-

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