Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- II (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/6492385-5965061-5965385-5965403--434-4922936- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
vor einer geistigen Verkümmerung nicht zu fürchten. Spiel und Sport sind uns nie Selbstzweck. In Amerika gilt es allgemein, daß der beste Sportsmann sich auch im Leben als der Tüchtigste erweist. Leistung jm Sport und Leistung im Leben sind dem Amerikaner fast gleiche Begriffe. Möge es uns gelingen, über den Amerikaner hinauszugelangen. Dann soll uns nicht nur sportliche Tüchtigkeit und Leben*- gewandtheit gleichbedeutend sein, sondern wir müssen einen neuen Typus zustande bringen: den Typus des jüdischen Sportsmannes, dem sportliche Höchstleistung und sittliche Persönlichkeit zur Einheit verschmelzen. Wir wollen die geistigen Güter unserer Vorfahren, das Persönlichkeitsideal, das unsere Väter aufgestellt haben, nicht umstoßen-; sondern erneuernd umgestalten. Es ist unser Stolz, auch als jüdische Turner Eigenes zu leisten. Wie in Palästina der „Maccabbi", der jüdische Turnverein, in jeder Siedlung den Mittelpunkt der nationalen Jugend bildete, so soll auch im Galuth die jüdische Turnerschaft sich zur zentralen Erziehungsgemeinschaft gestalten. Wetteifernd mit der jüdischen Jugend in aller Welt, wollen wir durch die Pflege unseres Körpers den jüdischen Geist läutern und zu einem Idealbild jüdischen Fühlens, Denkens und Wollens erheben. Wir wollen eine Kerntruppe des sich erneuernden Volkes werden. Breslau Dr. S. Rosenbaum k n