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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · II (1919) · p. Seite 11

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
II (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 11 (sequence 15)
Language
German
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Regung unserer Seele, hier können wir zu einein kleinen, ' bescheidenen Teile das Größte schaffen, was einem Menschen zu schaffen vergönnt ist: den Menschen als geistiges Wesen. Nur wenn sie in diesem Erziehungssinne wirken, nur wenn sie eine Stätte wahrhaften Mensch-Bildens sind, haben unsere- * Vereine Berechtigung und Sinn. Nicht um es unserer deutschen Umwelt gleich zu tun, nicht aus Langdweile, nicht aus der Freude an der Bewegung, nicht zur Erholung und nicht zum Gesundsein turnen wir, sondern zu unserer geistigen und jüdischen Erziehung. Wir sehen in dem rein Organhaften des Turnens ein Miftel, seelisch tüchtiger und' hesser zu werden; einen Geist in uns heranzubilden, den wir'zu unserem jüdischen Idealtypus zu erheben wünschen. Wenn wir turnen, wollen wir nicht nur uns erneuern und bessern, sondern wollen zugleich einen Teil unseres Wollens überfließen lassen in das Wollen.unseres Volkes. Unser Turnen geht auf etwas anderes aus als darauf, das deutsche Ideal kraftvoller Männlichkeit in uns heranzubilden. Gewiß soll auch uns nach der Stubenluft täglicher Arbeit der Turnabend die Lungen weiten und den Herzschlag beleben, nach all den kleinen Verdrossenheiten des Berufslebens innere Freude und Erholung bringen; soll den in den Studier Stuben gebundenen Geist lösen und befreien und ihn zugleich doch wieder binden und zwar binden an die jüdische Gemeinschaft, für die unser Türnerkreis uns Sinnbild und Ersatz ist. Der Turnboden, der keine soziale Schichtung kennt, auf dem der Tüchtigste nur das eine vor den anderen voraus hat, daß er den andern am meisten zu geben hat, Söll unser soziales Empfinden, unser Gemeinschaftsgefühl, das Eintreten für einander erwecken und ausbilden. Der wahre Turner ist um so hilfsbereiter, je tüchtiger er ist, aber auch um so bescheidener; je mehr er kamu er weiß immer, wieviel er noch zu erreichen hat, und das eigne Können gilt ihm nur wenig, wenn er nicht auch das Können seines ganzen Kreises zu lieben vermag. Er weiß, daß Wille und Fleiß ihm Sprungbrett zu jedem Ziele sind; so werden ihm Leistungen eines anderen nie Gegenstand selbsterniedrigenden Erstaunens. Was der andere ' heute vermag, das kann er in ein, zwei Jähren auch, wenn er nur den Willen dazu aufbringt. So ist er bei aller Bescheidenheit doch selbstbewußt und erkerint, daß seinem Willen kein Ziel unerreichbar ist. Was er auf dem Turnboden gelernt hat, bewahrheitet et im lieben. Der Turner ist in allen Sätteln gerecht. Was ihm der Turnboden gab: Sicherheit des Körpers und Klarheit des Blickes, das kommt ihm auf jedem Gebiete des Lebens zugute. So beantwortet sich die alte Grundfrage alles Strebens nach Gesundheit für ihn von selbst; Zwei Mittel gibt es, üm gesuntflzüu 11

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