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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · II (1919) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
II (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 8 (sequence 12)
Language
German
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kulturbildende Nation zu werden. Und da innerhalb organisch geschichtlicher Fortentwicklung sicherlich nicht das jüdische Volk jetzt sprunghaft nach Palästina verpflanzt wird, ja Palästina auch gar nicht die vierzehn Millionen fassen kann, so erkennt man deutlich auch die Notwendigkeit jüdischen Lebens in den Ländern der Zerstreuung. Auch hier muß sich die Kraft der jüdischen Renaissanceidee beweisen, ein Strom jüdischen Lebens muß von Palästina aus die Judenheit aller Länder mitreißen und sie in allen Auswirkungen ihres Daseins erfüllen. Solche, volksbewußten Menschen, die wissen wohin sie gehören und was sie wollen, finden auch klarere Beziehungen zu ihrer Umgebung. Nur mit der Bejahung seiner angestammten Art gewinnt der Jude ein gesundes Verhältnis zur Umwelt, die sich jetzt daran gewöhnt hat, wohl zu scheiden zwischen dem Begriff der staatlichen Organisation und dem des nationalen Organismus. Und genau so wie die jüdische Nation und das jüdische Land sich im politischen Leben durhgesetzt haben, so verwandeln sie auch die aus übernommenen Vorurteilen entspringende Verachtung im menschlichen Zusammenleben in achtungsvolles Verstehen. Das ist für uns die Ueberwindung des Antisemitismus. So fordert das jüdische Volk den Einzelnen, in welchem Lande er auch lebe, als Glied einer großen Einheit. Es stellt jeden vor die Entscheidung, in der er den Schwerpunkt seines Lebens gewinnen kann; doch muß der Gesinnung das Tun entsprechen, das ganze Dasein auf einen Leitstern zustreben, jede Lebensfunktion mit dem Kern jüdischen Wesens verknüpft sein; dann und nur dann ist Nationalismus keine Verengung, sondern universale Tendenz, ist Zionismus für den jüdischen Menschen keine Verarmung, sondern Bereicherung seiner menschlichen Möglichkeiten, alle Tiefen seiner geistigen Art erfüllend mit weltumspannendem Ahnen, alle Anlagen seiner Person vollendend zur in sich ruhenden Persönlichkeit. Unsere Bewegung wird getragen von der jüdischen Jugend, die in sicherem Instinkte für die tiefen Zusammenhänge alles Geschehens, im klaren Verständnis für die aus dem Schlummer erwachten Kräfte des Volkes und die Nöte ihrer eigenen Seele, die Erneuerung jüdischen Lebens sich zur Aufgabe gesetzt bat. Unsere Jugend bürgt dafür, daß der Strom der Bewegung in ewiger Verjüngung weiterfließt, und führt ihm frische Säfte zu; sie verleiht ihm die Macht, das ganze Volk seinem lockenden Ziel entgegenzutragen, und damit die Sendung der jüdischen Nation zu erfüllen. Berlin ..." Bruno Perl 8

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