Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- II (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Juden fast aller Länder haben sich zum jüdischen Volk und/seinen nationalen Ansprüchen bekannt, in Kongressen und NationalversamMungeh, die* der Welt seit zweitausend Jahren zum ersten Male wieder das Schauspiel gezeigt haben, daß Juden eine einheitliche,' zielbewußte Nationalpolitik treiben. Die Völker der Erde, voran England und Amerika, haben zum größten Teile ebenso wie die . Stockholmer und Berrier Internationalen Soaalistenkonferehzen ihre volle Uebereinstimmung mit den Ansprüchen der Juden ausgedrückt und ihre Erfüllung zugesagt. Palästina ist von: der kulturfeindlichen Heerschaft der Türken"befreit worden, die Pariser Konferenz will der jüdischen Nation den Eintritt in den VÖlkerburid anbieten, Palästina diesem unterstellen und England ,das Mandat seiner Verwaltung übertragen mit der Weisung, aus Palästina, möglichst bald ein jüdisches Gemeinwesen zu schaffen. Es ist klar, daß wir nicht den politischen Ehrgeiz haben, die yiel ^u vielen Staaten nur um ein Winziges Ländchen zu^ vermehren. Wir haben düe Sehnsucht und den festen Willen, in imserer Heimat ein Gemeinwesen zu gestalten, das nicht an Hypertröphieen krankt, sondern unserer Eigenart entspricht. Zu einer gesunden sozialen Struktur bedürfen wir vor allem einer starken' ländlichen Bevölkerung, die den Grundstock des gesamtenÄüfbaus bilden muß. Dem ganzen Volk soll der Boden zti eigen sein un^Ihjige wie Spekulation auf Kosten der Allgemeinheit» müssen in unserem Lande in das Gebiet überwundener Krarikheiteri gehören. Es gilt, das jüdische Volk zu einer produktiven Gemeinschaft zu erziehen^ die das Gebäüde^fner eigeheii vorbildlichen Kultur aufführt. Iii unseren Kolonien ist schon in gapz wenigen Jahrzehnten ein Wunder geschehen. Die alte hebräische Sprache ist zu neuem Leben erwacht, zur Umgangssprache geworden, in der die spielenden Kinder sprechen, die Schulen unterrichten, die Dichter ihre Erlebnisse niederlegen. Dabef habfen wir die glückliche Möglichkeit, die jedem europäisthenVölke fehlt, ein gerechtes soziales Leben zu schaffen, ohne gezwungen zu sein, erst bestehende Formen niederzureißen, Jahrhunderte alte Traditionen zu untergraben. Wir, das Volk der Kämpfer für .staffele' Gerechtigkeit, glaubet auch auf diesem 'S* biete der Welt/etwas geben zu können. „Von Zion wird einst wieder ausgehen die Lehre.. . .* ' 4ber es ist klar^ daß uns die Früchte unserer politischen Er^ folge nicht von allein in den Schoß fallen werden. Kein, äußeres Ereignis kann uns umwandeln, selbst müssen wir den Kampf um unsere innere Erneuerung führen. Wir kennen uns und unsere geistige Kraft zu gut, um nicht dies beglückende Wissen zu haben, daß ewig der Widerstand neuer Ideen und erstarrter Formen, junger Bewegungen und alter Traditionen dauern wid. Die stetige ' Verjüngung der jüdischen Seele gibt uns den Mut. wieder eine k t