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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · I (1919) · p. Seite 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
I (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 35 (sequence 35)
Language
German
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raffen der Energie und des gesunden Ehrgeizes verschafft der besten Mannschaft den Sieg. Auch für die Jahreszeiten, in denen das Wetter es nicht gestattet, auf dem Sportplatz Leichtathletik zu treiben, ist gesorgt. Fußball und Hockey bringen Leben in die „tote Saison". In der Turnhalle herrscht ein reger, eifriger Betrieb. Und noch einen besonderen Genuß bietet uns der Winter: den Waldlauf. Seid Ihr schon einmal im leichten, vom Winde durchwehten Sporthemd durch den Wald gelaufen? Kennt Ihr das Gefühl der Kraft und der Ungebundenheit, das Gefühl der Herrschaft, das uns überkommt, wenn wir frei von aller Schwere, frei von allem Zwange dahineilen, ohne Scheu, über alle Hindernisse, in Jugendkraft und Jugendlust? Und bei jedem Sport, bei jedem Wettkampf verspüren wir mit Stolz in uns die Gewißheit: Wir, sind Söhne eines, neu sich: erhebenden Volkes. Es gibt eine jüdische Kraft, die neu auflebt, die kämpfen will in dem sicheren Bewußtsein, sich durchzusetzen. Wir sind Juden und w o 11 e n es bekennen! Nie hätten wir uns als Juden in die Sportebwegung stellen können, wenn wir uns nicht vom Volksgedanken getragen wüßten, nie wäre die Sportbewegung auch auf das jüdische Volk übergegangen, wenn es nicht zu neuem nationalen Leben erwacht wäre. Nur ein Volk,, dessen Ädern vom Leben durchpulst werden, nur ein Volk, das seine Glieder wie ein Jüngling im Gefühl beginnender Kraft reckt, kann seine Jugend als eine frohe Sportgemeinde heranwachsen sehen. So fühlt der deutsche Kreis der jüdischen Turnerschaft sich als ein Glied in der jüdisch-nationalen Bewegung gemeinsam mit den Zehntausenden der jung-jüdischen Turner in Rußland, Polen und Rumänien, mit den „Pfadfindern" in Galizien und England, mit der sportfrohen Jugend in Amerika und in Palästina. Der jüdische Sportverein ist da. Wir haben es nicht mehr nötig, uns in andern Vereinen dulden zu lassen. Jeder kann in seiner, in unserer Gemeinschaft das pflegen, was schon immer Grundlage und Ausdruck zugleich einer naturverbundenen Gemeinschaft war: Spart und Spiel. Berlin Ernst Simon II 3*

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