Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- I (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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ten, Laufen, Springen, Werfen ebenso hohen Wert bei. Wenn die deutsche Turnerschaft, die sich ursprünglich dieses Turnen als Programm setzte, hier versagt hat und unter den militaristischen Einflüssen der letzten Jahrzehnte nur einen engen begrenzten Teil ihrer Aufgaben erfüllte, so liegt deshalb für uns noch nicht der geringste Grund vor, in dieselbe Einseitigkeit zu verfallen. Jahns „Turnkunst" zeigt ferner deutlich, daß er neben dem rein körperlichen Nutzen auch die seelischen Werte des Sportes zu schätzen weiß. Auf allen Gebieten bringt der Wettkampf, die Konkurrenz erst die höchsten Kräfte zur Entfaltung, und nur so wird es möglich, den körperlichen Zustand des Volkes zu heben. Gerade hierdurch wird der Wille erzogen. Der Wettkampf zeigt uns, daß der menschliche Körper, ohne sich zu schädigen, viel leistungsfähiger ist, als der vom Bier aufgeschwemmte Spießbürger annimmt. Und wenn es wirklich vereinzelt vorgekommen ist, daß jemand durch eigene Unvorsichtigkeit und durch Uebertreibungen, die durchaus nicht in der Idee des Sportes liegen, Schaden erleidet, so kann durch derartige Einzelfälle der Wert des Sportes nicht gemindert werden. Kämpfe, denn du mußt durchhalten, du mußt siegenf „Der Sport hät seinen kategorischen Imperativ!" Es kommt nicht darauf an, rekordsüchtige „Sportkanonen" zu züchten. Wer im sportlichen Wettkampf seinen ganzen Willen einsetzt, wer das Bewußtsein aus dem Rennen mitnimmt; Du hast das geleistet, was du leisten konntest, der hat gesiegt, und wenn er auch nicht als erster das Ziel erreicht hat. Die körperliche Begabung ist durchaus nicht das Ausschlaggebende für den Erfolg. Der Wille macht es selbst dem körperlich weniger Veranlagten möglich, sich auch hier durchzusetzen. Dagegen wird der körperlich Stärkste keinen Erfolg haben,wenn ihm der Wille zum Siege fehlt. Die Wirkungsstätte des olympischen Sports ist der Sportplatz. Eine gutgepflegte Aschenbahn umgibt den grünen Rasen, auf dem sich Felder für Fußball, Hockey, Anlagen zum Hoch- und Weitsprung, zum Kugelstoßen, Diskuswerfen usw. befinden. Außerhalb der Stadt, am besten im Walde, liegt der Platz; das erhöht die Lust, das stärkt die Freude am Sport. Reges Leben herrscht überall. Hier üben einige Hoch- und Weitsprung. Dort wird gezeigt, wie der Start ausgeführt wird. Eine Gruppe trainiert den Lauf über kurze Strecken, den Sprint, andere wieder bevorzugen längere Läufe. Wieder andere führen die klassische Uebung des Diskuswurfes aus." Jede Art des Sportes wird intensiv getrieben. Ein Stafettenlauf findet statt. Die Mannschaften sind etwa gleich stark. Jeder einzige Läufer will seiner Partei zum Sieg verhelfen. Brust an Brust kämpfen sie. Schon ist der letzte Wechsel erfolgt und noch ist keine Entscheidung gefallen. Nur noch fünfzig Meter trennen die Läufer vom Ziel und noch ist der Sieg ungewiß. Ein letztes Zusammen- 34