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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · I (1919) · p. Seite 18

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
I (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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und ihren geselligen Zusammenschluß. Das Nationaljudentum lehnen wir entschieden ab. Zu den religiösen Parteiungen innerhalb des Judentums, nimmt der Verein keine Stellung. Glaubensgenossen und Glaubensgenossinnen schließt Euch uns an." Man vergleiche hiermit den Aufruf der Gründer des Jüdischen Turnyereins Bar-Kochba-Berlin: „Wir wollen dem schlaffen jüdischen Leib die verlorene Spannkraft wiedergeben, ihn frisch und kräftig, gewandt und stark machen. Wir wollen dies aber in einem jüdischen Verein, damit wir in ihm gleichzeitig das schwindende Gefühl unserer Zusammengehörigkeit starken und das sinkende Selbstbewußtsein beben können. Wir wollen die alten jüdischen Ideale, für die unsere Jugend fast ganz das Verständnis verloren zu haben scheint, wieder zur Geltung und zu Ehren bringen. Wir wollen dem Antisemitismus, der heute seine lärmende Form zwar abstreift, aber an Intensität gewonnen hat, mutig und mit Energie entgegentreten. , Wir wollen ein edles Nationalgefühl pflegen, das frei von jeder Ueberhebung ist und die Arbeit für die gesamte Menschheit keineswegs ausschließt. Wir wollen uns offen vor aller Welt zu unserer Nationalität bekennen, cter wir Treue bewahren, wie wir gewissenhaft und treu unsere staatsbürgerlichen Pflichten erfüllen, Das sind unsere Ziele!" Dieser Aufruf stammt — aus dem Jahre 1900! Der Aufschwung und die politischen Erfolge des Nationaljudentums haben manches neue Ziel gezeigt, aber von dem, was damals gefühlt und gesagt wurde, ist nicht ein Wort zu streichen, weil es tief innerlich begründet war. Und 1008, nach der Gründungder Jüdischen Turnerschaft, war in der Jüdischen Turnzeitung zu lesen: „Dieses Blatt soll dienen der körperlichen Hebung der Juden im Sinn» einer nationalen Aufgabe, d. i. der Hebung des jüdischen Stammes als einer in Blut und Geschichte einigen Gemeinschaft. Alles, was zur Erfüllung dieser Sewaltigen Aufgabe nützen kann, suchen wir zu erforschen und in die weitesten idishen Kreise hinauszutragen. Zunächst die Kenntnis der unserem Stamm eigentümlichen, seinen Bestand schützenden oder gefährdenden Lebenserscheinungen, dann die Mittel, das Schützende zu bewahren, das Gefährdende zu bekämpfen." Hier Liebe und Glut, dort Trägheit und Gedankenlosigkeit- Der ganze Jammer der Assimilation spricht aus ihren Kundgebungen* mögen sie von den großen oder von den kleinen Führern kommen,. Man verspürt den Hauch einer „Bewegung", die, soweit sie nicht Abfallbewegung ist, immer auf dem toten Punkt gestanden hat, die, ohne feurigen Schwung und ohne blutvolles Leben, nur immer die Kampfmittel des Gegners übernehmen, nie neue schaffen kann, die das Gesicht einer Bewegung überhaupt erst durch den Kampf mit dem Gegner erhält, die schon in der Anrede an < ihre Freunde: „Glaubensgenossen und Glaubensgenossinnen" den Stempel der Unwahrhaftigkeit zur Schau trägt, da die meisten von ihnen immer nur ungläubig den Kopf schütteln und von dem Rest jeder einen anderen „Glauben" hat. Die weltgeschichtliche Entwickelung des Judentums in den letzten dreißig Jahren findet im Leben der Assimilanten nur darin einen kümmerlichen Abglanz, daß diese nicht nur den Antisemitismus — ohne Erfolg — 18

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