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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · I (1919) · p. Seite 19

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
I (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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•sondern auch den Zionismus — mit vielem Erfolg für ihn — „abwehren." So wird dann, wie wir gesehen haben, die „rein geistige Bekämpfung" einer geistigen Bewegung proUamiert und gleichzeitig festgestellt, daß „der reine Geist" nicht genügt. Als «ines von den täglichen Beispielen zeigt der Aufruf mit dem lächerlichen Inhalt und dem Ton einer Paroleausgabe, daß alle Assimilation an die Mittel des Zionismus bei den Assimilanten ebenso vergeblich war wie die Assimilation an Walhalla und Bayreuth, und ihre Gegenwirkung wird nicht verhindern können, daß nach wie vor „die Jugend dem Zionismus anheimfällt" d. h. daß sie sich dorthin wendet, wo der jugendliche Schwung herrscht. Eine Säule dieses halbverwitterten Gebäudes ist der K. C. Indem er seine Mitglieder zum Nachahmen fremder äußerer Formen erzieht, indem er seine jungen Leute zu einer geistigen Verflachung führt, die sogar von manchen K. C.-ern unangenehm empfunden wird, indem er sie an den dringenden Fragen des modernen jüdischen Problems unbekümmert vorbeigehen läßt, indem er ihnen — bewußt oder unbewußt — vortäuscht, sie hätten mit ihrer Mitgliedschaft zum K. C. und ihrer Abwehrtätigkeit nach links und rechts, nach vorn und hinten genug fürs Judentum getan, ■hat er die Assimilation in der jüdischen Studentenschaft und darüber hinaus in der jüdischen Bevölkerung Deutschlands in feste Formen gegossen. — Die in Berlin im Jahre 1892 und 1893 entstandenen Vereine „Jung Jsrael" und „Jüdische Humanitätsgesellschaft" traten im Jahre 1895 zum Verein Jüdischer Studenten (V. J. St.) zusammen. Er war ein Ausfluß der leise sich regenden neuen jüdischen Strömung, er wollte, dem unheilvollen Einflüsse des K. C. Einhalt gebietend, jüdische Studenten wieder mit nationalem Geiste erfüllen und zu jüdischem Leben und jüdischer Arbeit erziehen. Die Abwehr von Ehrverletzungen verstand sich wie alles Moralische von selbst, ohne daß davon viel Aufhebens gemacht wurde. Schon der Name, der in bewußtem Gegensatz zum deutsch-antisemitischen „Verein deutscher Studenten" gewählt worden war, zeigte jedem, Freund wie Gegner, sofort ehrlich, mit wem er es zu tun hatte. Dieser Name hat in manchem harten Kampf offen und «hrenhaft bestanden. Der Verein fand bald zahlreiche Weggenossen, mit denen er sich zum „Bund Jüdischer Corporationen" (B. J. C.) vereinigte. Die zionistische Flut führte im Jahre 1902 in Berlin zur Gründung der Verbindung Hasmonaea, die dem zionistischen Gedanken und der zionistischen Organisation offiziell eine Vertretung in der Studentenschaft schaffen wollte und die sich mit gleichgestimmten Korporationen zum „Kartell Zionistischer Verbindungen" (K. Z. V.) zusammenfügte. Im Jahre 1914, kaum drei Wochen vor Ausbruch des Krieges, »eiKe der Gedanke, daß die Existenz beider Kartelle eine uner-

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