Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- I (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Den K. C. erhält nur noch der Trotz, weil seine Mitglieder von anderen Verbindungen nicht aufgenommen werden. Für die nationaljüdischen Studenten war dieser Ausschluß nur der äußere Anlaß, sich auf ihr Judentum zu besinnen. Sie werden ihre Gesinnung nicht ändern, auch wenn die Schranken fallen, während für die K. C.-er der Ausschluß der offizielle Grund für ihren Zusammenschluß geblieben ist. Der K. C. muß sein Verhalten in jüdischen Fragen von dem Verhalten der deutsch-christlichen Verbindungen abhängig machen, denn sobald diese ihre Reihen den Juden öffnen, müßte sich der K. C. auflösen. Da die deutsch-christliche Korporationswelt als der abgeschlossenste Teil des deutschen Volkes den Assimilanten diesen Gefallen noch nicht getan hat, begnügt sich der K. C. vorläufig dnmit, alles, was für die deutsch-christlichen Verbindungen historischen Sinn — ob auch jetzt noch inneren Wert hat, bleibe hier unentschieden — besitzt, insbesondere den Kouleurbetrieb, sklavisch nachzuahmen. Die Verbindungen des K. C. tragen lateinische Namen von deutschen Flüssen und Landschaften, in seiner Zeitschrift kann man sich gelegentlich über poetische Ergüsse erfreuen, 'die sich an alte deutsche Flußgötter richten, — das Kartell tritt nach außen unter dem farblosen Namen „Kartell-Convent" auf. Alles ist betont lateinisch und deutsch, jüdisch sind „nur" die Menschen, die deutsch — im nationalen Sinne — sein wollen und weder ganze Deutsche noch ganze Juden sein können. Wie völlig von außen der Assimilationsjude an alles Intern- Jüdische herantritt, wie er alle jüdische Fragen nicht aus einer inneren sachlichen Notwendigkeit heraus entscheidet, sondern vom Gesichtspunkte der Abwehr des Zionismus — und selbst dabei ist die Rücksicht auf die Nichtjuden das Hauptmotiv —, zeigt folgendes Beispiel besonders kraß: Während die national-jüdische .Jugendbewegung aus dem innersten Drange, die jüdische Jugend moralisch und physisch zu regenerieren, Turnen und Sport aller Art in ihr Programm aufgenommen hat und ihr die Erweiterung der Propaganda hierbei ein ganz untergeordneter Gesichtspunkt, nie aber ein entscheidender Beweggrund gewesen ist, dünkt der Assimilation der Sport gerade gut genug, um ihn als Werbemittel auszunutzen. In Berlin wird zur Zeit folgender Aufruf „an -die jüdische Jugend Deutschlands" verbreitet: „ Schärfer als je tritt in unseren Tagen der Gegensatz zwischen Zionisten und deutschen Staatsbürgern jüdischen Glaubens in die Erscheinung. Eine rein geistige Bekämpfung der zionistischen Bewegung genügt jetzt nicht mehr, nie Gegner zwingen uns, ihnen mit gleichen Waffen entgegenzutreten. Wir stehen im Zeitalter der Jugendbewegung. Die Tugend verbürgt die Zukunft der politischen Anschauungen. Es geht nicht länger an, daß lediglich aus Mangel an Gegenwirkung die Jugend dem Zionismus anheimfällt. Aus dieser Erkenntnis heraus haben wir den jüdischen Sportverein „D i e Kameraden" ins Leben gerufen. Wir erstreben die körperliche Ertüchtigung der jüdischen Jugend, Stärkung ihrer Liebe zur deutschen Heimat