Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- I (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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immer wieder schwer, zu glauben, daß es jüdische Menschen gibt, die von der Echtheit und Schönheit unserer Idee nicht erfaßt werden. Die schwersten Zeiten dieses Kampfes sind, wie wir hoffen, vorbei. Die Weltgeschichte hat zu unseren Gunsten entschieden. Wieder einmal haben die Idealisten den Sieg über die Utilitaristen davongetragen. Wieder einmal haben sie den richtigen Blick für Realitäten und bewegende Kräfte bewiesen. So fällt uns die Rolle der Führer im jüdischen Leben ganz von selber zu. Unter diesem Leben stellen wir uns etwas anderes vor, als das Bemühen, unsere Existenz einer feindlichen Umwelt gegenüber zu rechtfertigen. Unsere Existenz bedarf keiner solchen Rechtfertigung. Wir sind da und haben darum denselben Anspruch, zu existieren, wie jedes andere Volk. Wir glauben, daß wir etwas leisten können und werden, und verlangen Palästina für uns, weil wir der Meinung sind, daß eine irdische Heimat für jedes Volk die Voraussetzung für sein Gedeihen und für die Entfaltung seiner Fähigkeiten ist. Aber unsere Leistungen werden zunächst um unserer selbst willen da sein. Wenn die anderen Völker sie anerkennen und durch sie bereichert werden, so wird uns das freuen. Aber die Anerkennung der anderen kann nicht das Lebensziel eines Volkes sein, sie muß sich von selbst einfinden. Das erste nationale Gebot heißt: an sich selber glauben) Wahre Jugend wird sich nur dort wohl und zu Hause fühle«, wo sich ihr Wege in neues Land öffnen, nicht dort, wo sie ausgetretene Bahnen beschreiten soll, die noch keinen Wanderer ans Ziel gebracht haben. Darum haben wir das Recht, die Jugend für uns zu verlangen. Wir bieten ihr die Hand, um sie den Heimweg in eine glücklichere Zukunft zu führen. „Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag!" 6