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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 2 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
2 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Ob Erez Israel dem Massensturm schon gewachsen ist? Mit rasch eingeführten Industrien, mit Konfektions- und Tabakarbeit und ähnlichen Gewerben, wollen die einen den Ansturm bewältigen. Andere bremsen und manchen zur Vorsicht, zur Auswahl der Einwanderer, zu langsam aufbauender Arbeit. Ihnen ist die Landwirtschaft die beste soziale Grundlage. Daß das jüdische Volk imstande ist, auch in diesem Erwerbe Großes zu leisten, zeigt der Bericht der zehnten Jahreskonferenz des Jüdischen Farmerverbandes der nordamerikanischen Union. Er stellt den großen Fortschritt des Genossenschaftsvereins unter den jüdischen Farmern Amerikas fest. Ein Fortschritt, der eine besondere Anerkennung seitens der amerikanischen Regierung dadurch gefunden habe, daß das Agrikulturministerium die jüdischen Genossenschaften den amerikanischen Farmern als Muster empfohlen hat. Die Konferenz beschloß, in New-York eine Marktzentrale für die jüdischen Farmer zu errichten, sich vom Einfluß der JCA völlig zu befreien, deren Arbeitsmethoden die Entwicklung der jüdischen Farmerbewegung hemmt, und die jüdischen Immigranten in jeder Weise zu unterstützen, um ihnen den Uebergang zum Farmerberufe zu ermöglichen. So der Bericht aus New-York, der Erfreuliches von der landwirtschaftlichen Fähigkeit der Juden erhoffen läßt. Zur Förderung aller wirtschaftlich-sozialen Problem des jüdischen Volkes und seiner palästinentischen Zukunf* hat sich ein eigenes Organ gebildet: „Volk und Land," herausgegeben von Davis Trietsch (Welt-Verlag, Berlin W 35, Kurfürstenstr. 150). Allen denen sei diese Wochenschrift warm empfohlen, welche die politische und wirtschaftliche Zukunft unseres Volkes miterleben wollen. M. Jüdische Volkshelme. Das jüdische Volksheim ist ein Mittel zur Verwirklichung der jüdischen volksidee. Indetn wir diese Grundlage der Zweckdienlichkeit anerkennen, müssen wir den Blick auf das letzte Ziel unseres nationalen Willens gerichtet halten: Palästina. Und die Erbauer des Volksheims, das eine Vorbereitung und vorläufige Ersetzung für das Leben dort ist, haben von der Frage auszugehen: Was erhoffen wir von Palästina? Es. kann .nicht darauf ankommen, Europa in das alte Land der Väter hinüberzutragen, um eine Nation zur Fülle der andern zu fügen. Wir wissen, daß das höchste Aiel der Bewohner des Weltalls ist, Mensch zu sein, und keine Politik kann uns von der Sehnsucht nach der Erfüllung des ^Sei Mitmensch" abhalten. Wir wissen aber ferner, daß der Mensch seine Aufgabe nicht zu ha n verma8' wenn er, herausgerissen aus den ihm gemäßen Zusammenhängen, halb ist oder sein Ich verloren hat. Der wird der stärkste Bruder ~se»n, der am kräftigsten Er selbst ist. Die Peer Gyntsche Forderung „sei Pu* gilt auch für die Gemeinschaft. Jeder einzelne steht in kleinen und immer größeren Verwandschaftskreisen. Zunächst das Individuum, dann dieses jn der Familie, Sippe, Geschlecht, im Volk, in der Völkergruppe und endlich in der Menschheit. Jede dieser Gewandungen muß der Einzelne besitzen. So werden wir am ehesten wir selbst sein, wenn wir im Zusammenhang des gesammten Volkes unser Ureigenstes herauskristallisieren, poten-

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