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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 2 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
2 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Im AnSange laufe man 15— 20 Minuten. Nach und nach kann sich der Lauf länger ausdehnen. Man lege sich aber keinerlei Zwang auf. Wer es gern will, der laufe länger, wer nicht, der beschränke sich auf eine kürzere Zeit. Nach dem Lauf ist eine heiße Dusche mit Abreibungen und wenn möglich Massage sehr zu empfehlen. Eine Einreibung mit etwas reinem Oel (Hautfunktionsöl) ist besonders bei starker Kälte angebracht als Vorbeugungsmittel gegen Muskelkrämpfe. Durch die Witterung lasse man sich niemals vom Waldlauf abhalten; man laufe bei jedem Wetter, auch bei Regen und erst recht bei Schnee. Man hüte sich unter allen Umständen, plötzlich stehen zu bleiben; fühlt man sich müde, so laufe man langsam, aber man unterbreche niemals den Lauf. Ein richtig ausgeführter Waldlauf gibt dem Körper eine solche Widerstandsfähigkeit und Abhärtung, wie sie keine andere Sportart besser zu bieten vermag und er verleiht eine Spannkraft und Frische, . welche die Arbeit des Tages erleichtert. Ernst Simo n H. Der 3ttdfsehe Kongreß. Der Gedanke des Jüdischen Kongress es erfüllt lebhaft die Gemüter des politisch denkenden Teils der deutschen Judenheit. Teils begegnet er begeisterter Zustimmung, teils heftiger Abneigung. Von den Zionisten und den ihnen nahestehenden Strömungen wird es freudig begrüßt. Würden hier doch zum ersten Male die deutschen Juden als Juden zusammentreten upd vor den ganzen Lande verkünden, welches ihre Forderungen zur Währung des jüdischen Stammescharakters sind, würde doch so der Strom lebendiger Verbindung hergestellt mit den Judenschaften der übrigen Welt. Ein Kopf der deutschen Judenschaft könnte geschaffen werden, und die Vertreter der deutschen Juden könnten mit denen der anderen Länder gemeinsame Vorbereitung treffen für den jüdischen Weltkongreß. Der Gedanke, groß, schön und erhaben, findet bei der herrschenden Honoratiorenschaft keinen Anklang. Fürchtet sie doch vor allen den Sturm auf die jüdische Gemeinde. Die Forderung nach demokratischem Wahlrecht, nach der Umwandlung in die Volksgemeinde, die jüdische Sozialgemeinde, mit der wahrhaft jüdischen Schule, mit wahrhaft jüdischer Sozialleistung. Und sie fürchtet den Ruf nach stärkerer Fühlung mit den Ostbrüdern; das Verlangen, daß jene nicht mehr vom Reichsboden ausgeschlossen seien als jeder andere Fremde. Dennoch, trotz ihrer Furcht, der Kongreß kommt. Wenn nicht mit ihnen, dann ohne sie. Dann schließen sich jene aus vom lebendigen Judentum. Das blüht auch ohne sie hoch auf, unter sorglicher Pflege großer Weltmächte. Immer näher rückt die Aussicht auf das freie jüdische Palästina, als einem Pflegekind des Völkerbundes, in ersten Entwicklungsstadium unter Englands Obhut. Daß er das «territorial vollständige und ungefesselte jüdische Palästina" wolle, hat Wilson dem Zionistenführer Weidmann zugesagt, und in Paris scheint er treulich Wort zu halten. Schon regt sich jüdischer Nationalstolz höher denn je. Die jüdische Flagge ist erstanden. Schon soll, zwischen Jaffa und Konstantinopel, das erste Schiff unter nationaljüdischer Flagge fahren; bald soll, unter dem Davidstern, bis nach Odessa dieser Verkehr sich regelmäßig ausdehnen. Indessen bereifet man sich allerorts zum Aufbruch nach Palästina vor. 14

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