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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 2 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
2 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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ist. Und dann ist es an der Zeit, sie bekannt zu machen mit dem Besten, was wir haben, mit Hess, Pinsker, mit Achad Haam und Herzl, mit Nordau und Ruppin. Eine Bibliothek sollte überall angelegt werden. Nach solcher Lektüre kann auch bald ein Palästinakursus ein« setzen. Einige Herren des Ausschusses der Jüdischen Turnerschaft haben dazu ja schon in sehr dankenswerter Weise in Form von Unterrichtsbogen reichliches und leicht zu bearbeitendes Material zusammengetragen. Im Zusammenhang damit wird auch das Interesse für die hebräische Sprache zunehmen. Spielend kann man die Mädchen dazu führen. Ich denke dabei an das hebräische Quartett, das manchem meiner Heimabende schon einen erfreulich lebhaften Abschluß gebracht hat und mehr als das, die Spielerinnen dazu veranlaßt hat, ihre früheren hebräischen Kenntnisse wieder aufzufrischen und Gelegenheit zu suchen, um weiter zu lernen. Natürlich kann solch ein Anfangsunterricht sehr gut den Inhalt eines Heimabends bilden. Nach solchen Vorbereitungen werden auch Bibelabende Reiz für die. Mädchen haben, und sie werden sich zu kleinen Referaten aus der jüdischen Geschichte bereit finden. In Städten, in denen Vortragskurse vom „nationaljüdischen Jugendausschuß" stattfinden, ist es sehr ratsam, die Mädchen zur Teilnahme anzuregen, und über das. Gehörte berichten zu lassen. (Schluß folgt.) Johan na Tom a sehe wsk y. Umflesfattniifl des Tarnbetriebes. Die gewaltige Umbildung vieler Dinge des täglichen Lebens macht uns kritisch gegenüber Einrichtungen, die bisher als „althergebracht" und „wohlerprobt" galten. Die Mängel, die sich in unserem Turnbetrieb besonders jetzt fühlbar machen, wo wir im Begriff sind, unsere Erziehungsarbeit innerhalb der jüdischen Turnbewegung auszudehnen und zu vertiefen, führen zu einer kritischen Betrachtung der Form und des Inhaltes des bisherigen Turnbetriebes. Theoretisch war bislang der leitende Gesichtspunkt für den deutschen Turnbetrieb, den auch wir übernommen hatten, die gleichmäßige Ausbildung aller Turner in sämtlichen Zweigen des Jahn'schen Turnprogramrnes. Damit wurde eine allseitige Körperausbildung erstrebt, ein Ziel, das auch wir zu dem unseren machen können, mit dem aber bei weitem unsere besonderen Aufgaben nicht erschöpft sind. Für uns gilt es, den Betrieb der Leibesübungen der besonderen geistigen und körperlichen Struktur der Juden gemäß zu gestalten. Besonders betonen müssen wir demnach jene Zweige der Leibesübungen, die Mut und Entschlossenheit fördern, den Willen stärken und zu Gemeinsinn und Unterordnung unter die Zwecke der Gesamtheit erziehen. Ein besonders für uns hervortretender Mangel in der bisherigen Betriebsform war die u n i f o r m e Ausbildungsweise, die auf D i f f e r e n z i e r t h e i t in Anlagen und Neigungen nur im Rahmen eines sehr fragwürdigen Kürturnens Rückaicht nahm. Aus diesem Grunde ergibt sich für mich die Notwendigkeit einer Umgestaltung. Betrachten wir uns zunächst die Voraussetzungen für unseren Betrieb, so sehen wir, daß der größte Teil der deutschen Juden in großen Städten wohnt, wo die Vorbedingungen für einen Freiluftbetrieb zumeist vollständig 10

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