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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 1 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
1 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Es wurde nämlich vorerst eine Beratung unter den Vertretern der jüdischen Verbindungen, akademischen Vereinigungen und sonstigen jüdischnationalen Verbänden und Vertretern der Turn- und Sportvereine abgehalten,' in deren Verlauf der militärische Referent im jüdischen Nationalrate, Dr. Reik, den von der Turnerschaft gestellten Antrag vorbrachte, die weitere Organisation der Zivilisten und derjenigen Soldaten, die in der jüdischen Gruppe der Stadtschutzwache, die auch nur bis zu einer gewissen Stärke möglich ist, keinen Platz mehr haben, ganz im Rahmen der jüdischen Turn- und Sportvereine auszubauen. Diesem Antrage, der beim jüdischen Nationalrat warmen Anklang fand, wurde nach genauester Uebe - legung aller dafür oder dawider sprechenden Gründe begeistert zugestimmt und seine Ausführung so in Vorschlag gebracht, daß sämtliche jüdischnationalen Vereinigungen, akademischen Verbände und andere gleichgesinnte Organisationen ihren Mitgliedern zur obligatorischen Pflicht zu machen hätten, in einen jüdischen Turn- oder Sportverein einzutreten. Die Tu rn-und S p or tve re ine andrerseits mußten sich verpflichten, für die auszuarbeitenden Alarmvorschriften, und das Zusammenhalten der so gewonnenen „S e 1 bs t w e h r-Re s erv e" notwendigen Arbeiten zu erledigen, sich bereit erklären, den auf diese Art gewonnenen neuen Mitgliedern eirte entsprechechende Gebührenermäßigung, eventuelle Befreiung von denselben einzuräumen und diese durch Aufnahme einiger einschlägiger, halbmilitärischer Uebungen in ihr Turn-oder Sportprogramm zu einer kräftigen Selbstwehr fähig zu machen, um so eine große Anzahl von Juden bereitzuhalten, auf deren Gesinnung man unbedingt bauen könne." Der Zudenstaat. Ist es schon gar so lange her, daß Herzl nach dem Judenstaat rief? Fast dünkt es uns eine Ewigkeit, und doch sind es erst zwanzig Jahre. Und in diesen zwanzig Jahren ist aus der Idee eines als irr gescholtenen Träumers eine politische Tatsache großen Stiles geworden. Der Juden- Staat scheint zur Wahrheit zu werden. Wir hatten geglaubt, daß der Priedenskongress ein englisches Palästina mit jüdischer wirtschaftlich-kultureller Siedlung, zwischen zahlreicher arabischer Bevölkerung, bringen werde. Doch es scheint, als ob die Möglichkeiten noch weiter aufwärts gehen. Aus London meldet das Jüdische Korrespondenzbüro, daß man von jüdischer aeite auf der Friedenskonferenz erstrebt; Anerkennung der historischen und nationalen Rechte des jüdischen Volkes auf Palästina, die Möglichkeit zur Ansiedlung, englische Verwaltung für eine Uebergangszeit von 25 Jahren; danach aber, wenn wenigstens eine Million luden im Lande sitzen, Uebernahtne der Regierung durch das jüdische Volk. Die Entente, so heißt es. *olle diese jüdischen Forderungen akzeptieren. Das wäre dann der Judenstaat, wie Herzl ihn erschaut hat, auf uralt-heimischem Boden, in Palästina. Die Hoffnung, im Lande der Väter leben und sterben zu können, hat Je Juden des ganzen Erdballs gewaltig erregt. Ueberall erwacht der Geyanke, in "das Stammland unseres Volkes zu ziehen und dort ein Leben au« eigenem narionr'en Boden zu leben. Zu dem Idealismus, der die Ge- 1 u

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