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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 1 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
1 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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dort bereits in den Stand gekommen, die Ausbildung der Turnleiter und Vorturner durch Einrichtung einer Schule für Turnlehrer zu fördern. In den Vereinen wird außer Turnen auch jede Art von Leichtathletik, Fußball, Schlittschuhlaufen und anderer Wintersport gepflegt, in Odessa auch Rudern. Die jüdischen Turner Rußlands haben sich, ebenfalls bereits ein eigenes ()rgan, die monatlich erscheinende Turnzeitschrift „Makkabi" erschaffen. Wenn es dereinst gelten wird, auf den künftigen olympischen Spielen die jüdische Fahne zu vertreten, so wird es — das dürfen wir nach diesen organisatorischen Anfängen hoffen — gelingen, die in der Masse des jüdischen Volkes schlummernden sportlichen Kräfte für unsere Sache mobilzumachen. Exiner. Selbstvehr und Turnvereine. Vorbildliche Organisation in Wien. In unserem österreichischen Bruderorgan ,.Hagibor", nationaljüdische Zeitschrift für Turnen und Sport, erstattet K u rt J u h n, folgenden interessanten Bericht: „Als in Wien die ersten Zeichen der Umwälzung sichtbar wurden, als Arbeitermassen und Volkshauien die Straßen durchzogen, Straßenbahnzüge aufhielten, die Soldaten zumAblegen der kaiserl.-königl. Kokarden zwangen oder diese sich selbst herabrissen, Firmentafeln, die den österreichischen Adler trugen, in Splitter warfen, war es für die Juden in Wien die erste Pflicht, Vorkehrungen gegen Ausschreitungen der Pöbelhaufen in der Leopoldstadt und Brigittenau, ja selbst gegen regelrechte Pogroms zu treffen; ein Tun, welches nicht leeren Befürchtungen entsprang, sondern in der Tatsache eine hinreichende Erklärung fand, daß es, wie seit je, so noch heute in Wien Elemente genug gibt, die in der Aufhetzung der Massen gegen die Juden ihr vornehmstes Lebenswerk gefunden zu haben vermeinen. Die erste dieser Vorkehrungen war die Errichtung einer jüd ischen S elbstweh r, deren unglaublich rasch ins Leben gerufene Organisation das unumschränkte Verdienst des Kreisturnwartes Dr. Adolf Taglicht und Dr. Siegfried Bernfelds war. 40 Stunden genügten und ohne jede besondere Agitation, ohne Publikation, nur durch das von Mund zu Mund weitergegebene Schlagwort der ..Selbstwehr" fanden sich gegen 10 00 junge luden aller Schichten, die sich in den Dienst der Sache stellten. Aus diesen wurden die Geeigneten ausgewählt, Kompagnien aus ihnen gebildet, ein regelrechter Bereitschaftsdienst eingerichtet und ein ausgebreiteter Patrouillen und Nachrichtendienst verfügt. Die nächsten Tage brachten die Meldungen von der Auflösung der Fronten, von der Proklamierung der selbständigen Nationalstaaten, von der automatischen Demobilisierung des ehemaligen österreichischungarischen Heeres; nach Ost und Nord fluteten die heimkehrenden Soldaten in ihre frei gewordenen Heimatländer zurück. Der deutsch -österreichische Staat wurde erklärt und die ersten Gerüchte von einem aufzustellenden deutschösterreichischen Vo'ksheere tauchten auf und verbreiteten unter der großen Zahl jüdischer Soldaten, die in Wien weilten, Unruhe und Sorge. 4 Jahre lang hatten die jüdischen Soldaten als Oesterreicher gekämpft und gestritten, <» 1

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