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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 1 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
1 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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3ttdfsches Tarnen in Polen and Rußland. Unterredung mit Turnbruder Morgenstern Eine der wichtigsten Aufgaben des Ausschusses des deutschen Kreises der jüdischen Turnerschaft wird es sein, jetzt, nachdem die Friedensverhandlungen bevorstehen, so schleunig als möglich die Zusammenarbeit sämtlicher Kreise der jüdischen Turnerschaft auts neue in die Wege zu leiten. Es darf hierbei keine Zeit verloren werden. Einleitende Schritte sind vom Ausschuß zu unternehmen, sie stoßen jedoch wegen der unterbrochenen Verbindungen vorläufig noch auf Schwierigkeiten. Indessen ist es dem Ausschuß möglich gewesen mit dem Leiter der jüdischen Turnvereine in Polen, Turnbruder Morgenstern aus Lodz, gelegentlich seiner Durchreise nach Holland Rücksprache zu nehmen. Daß die Förderung Gedankens der jüdischen Turnerschaft im Hinblick auf die bekannten Vorgänge in Polen von der größeren Bedeutung ist, wird sich jeder selbst sagen. Es ist nicht nötig, dies hier näher darzulegen. Nach dem Bericht Morgensterns bestehen zur Zeit in Polen etwa 40 Vereine, die größten in Lodz und Warschau. Sie stehen selbstverständlich sämtlich auf nationaljüdischem Boden, die Führung liegt überall in zionistischen Händen. In der Hauptsache wird wegen seines Wertes Uir die Erziehung zur Disziplin das Geräteturnen in Männer-, Frauen- und Jugendabteilungen gepflegt. Da den Mitgliedern jede Vorbildung — wie etwa in Deutschland durch das Schulturnen — fehlt, ist die Frage der Leitung und Vorturnerschaft besonders schwierig. Die Vereine leiden unter dem Mangel an geeigneten leitenden Kräften. Sehr erwünscht wäre deshalb die Absendung •eines Lehrgangs zur Ausbildung von Turnlehrern und Vorturnern oder die Anstellung eines Wanderturnlehrers. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen stößt dieser Plan leider auf zur Zeit unüberwindliche Schwierigkeiten politischer, auch finanzieller Natur. Die Finanzkräfte der Vereine sind ohnedies deshalb, weil kommunale oder staatliche Turnhallen in Polen nicht wie in Deutschland zur Verfügung stehen, sehr in Anspruch genommen. Trotzdem blüht das leben in allen Vereinen, soweit dies unter den sehr gedrückten politischen Verhältnissen möglich ist. Erhebliche Fortschritte sind in der Einfiirung der hebräischen Kommandosprache gemacht, die auf Beschluß der vor kurzem abgehaltenen Turnerschaftstagung überall eingeführt wird. Das hebräische Kommandobuch ist im Manuskript fertiggestellt und wird in der nächsten Zeit im Druck erscheinen. Für den geistigen Zusammenhang sorgt das in jüdischer Sprache monatlich unter der Redakton des Turnbruders Morgenstern erscheinende Organ „Der jüdische Turner." Adresse der Zuschriften: L. Pribulski, Lodz. Zwadzka I. Hoffentlich ist es uns bald möglich, das in den Kreis der Erörterungen gezogene gemeinsame Jüdische Turn- und Sportfest in Posen oder einer anderen Grenzstadt zu veranstalten, um unseren Turnbrüdern in Polen auch in der breiten Masse persönlich näher zu treten. Besonders erfreulich war es uns, von Turnbruder Morgenstern zu erfahren, daß die Idee der jüdischen Turnerschaft auch in Kuß 1 and erheblich an Boden gewinnt. Nach Mitteilungen, die dem Zentralauschuß der jüdischen Turnerschaft in Polen zugegangen sind, bestehen eine ganze Anzahl blühender Vereine, besonders in Odessa und Moskau. Da die jüdische Tumsache in Rußland sich großer Sympathien erfreut, ist man 8

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