Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 1 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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innerhalb ihrer Nation eine ihrer! Anlagen entsprechende Entwicklung ermöglichen. Die zionistische Jugend Deutschland hat sich entsprechend ihren aktuellen oder doch potenziellen Anlagen drei Formen derBetätigung geschaffen: das K. J. V., dem der Herzlbund für die Kaufleute entspricht, den Blauweiß und die Turnerschaft. Es wäre recht töricht, wollte man diese typischen Formen miteinander vermischen, wie jetzt vielfach angeregt wird; wollte man den durchschnittlichen K.J.V. er absolutzu einem Turner oder Sportsmann machen, — unter Verkennung des Wertes einer vorzugsweise geistigen Erziehung, — oder diese in den Rahmen des romantischen Blau-Weiß pressen. — Das preußische System der Uniformierung der Geister ist gerade jetzt kläglich zusammengebrochen, vestigia terrent! Andererseits müssen wir zu einer einheitlichen und geschlossenen nationalen Erziehung kommen. Es. gilt somit, eine Syntese zwischen Einheit und Vielheit zu finden, eine geschlossene nationale ^Bewegung zu schaffen und dennoch den Menschen, die von dieser Bewegung getragen werden, eine ihren Anlagen entsprechende Entwicklung zu ermöglichen. Aus der Problemstellung ergibt sich folgende Lösung: Die dergroßen jüdischen Jugenderziehung gewidmeten Verbände müssen selbständig nebeneinander bestehen bleiben und danach trachten, den Typus, den sie vertreten, scharf herauszuarbeiten. Sie werden den Kreis ihrer Mitglieder nicht auf bestimmte Berufe beschränken dürfen, vielmehr in gewissen körperlichen, geistigen oder seelischen Anlagen die Eignung erblicken. — (Insofern sind rein akademische oder rein kaufmännische Vereine in Nonsens). — Die diesen Vereinen entwachsenen Juden müssen dann in einem Club derart zusammengefaßt werden, daß sie dabei die engste Fühlung mit ihren Stammvereinen aufrechterhalten. Der „Club", in dem alle Strömungen des jüdischen Lebens zusammenfließen werden, ist nicht als ein sogenannter Ausschuß gedacht, der sich in interessanten Sitzungen erschöpft, er soll vielmehr die Gemeinschaft der Tätigsten und Besten aller Bünde bilden. In seinem Kreis ist das System einer gemeinsamen nationalen Erziehung zu schaffen, das jedes Mitglied in seinem Stammverein in einer angemessenen Form durchzuführen hätte. So würde durch eine nach oben hin geschaffene Zentralisierung die Einheitlichkeit der nationalen Erziehung auch für die dezentralisierten Jugendvereine erreicht. Dieser Club könnte vor allem auch den politischen Juden erziehen, der der Bewegung so sehr fehlt, und dadurch der Brennpunkt des jüdischen Lebens werden. Billigt man den Gedanken dieses jüdisch-politischen Clubs, wie wir ihn einmal nennen wollen, dann kann er sofort geschaffen werden. Die technischen Schwierigkeiten sind nicht nennenswert;alsorganisatorisches Vorbild könnten uns die großen Logen dienen. Der jüdische Club, als Sammelpunkt der Führer der verschiedenen jüdisch nationalen Organisationen, kommt zunächst nur für die großen Städte in Betracht. Hier aber ist er notwendig, falls wir nicht in zersplitterten Vereinen größeren oder kleineren Formats vegitieren wollen. Fritz Schwabe. 1 7