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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 1 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
1 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Der jüdische Club. Die zionistische Bewegung in Deutschland steckt trotz mehr als 20 jähriger Arbeit noch immer in den Anfängen. Die Masse der deutschen Juden steht dem Zionismus fern; und dem verhältnismäßig kleinen Kreis seiner Anhänger fehlt die nationale Geschlossenheit. Zahllose Vereine haben sich gebildet, als deren formales Band das nationale Programm gilt. Dieses Programm ist aber nur ein Rahmen, den jeder Verein in einer ihm zusagenden Weise ausfüllt. Innerhalb der einzelnen Vereine herrscht ein meist starker Korporationsgeist; außerhalb der Vereine gibt es aber nur „Gesinnungsgenossen", keine Volksgenossen. Die nationale Gemeinsamkeit dieser Gesinnungsgenossen erschöpft sich in Volks Versammlungen, Delegiertentagungen usw., also ärmlichen Surrogaten völkischen Zusammenlebens. — Darüber, daß eine Änderung dieses Zustandes erstrebt werden muß, daß insbesondere der zionistische Nachwuchs eine einheitlichere nationale Erziehung braucht als bisher, herrscht im allgemeinen Einigkeit. Welcher Weg führt aber zu diesem Ziel? Ehe wir diese Frage beantworten, müssen wir einen Blick auf die Struktur der nationaljüdischen Vereine Deutschlands werfen. Die Vereine betrachten sich als allgemeine Erziehungsanstalten und zugleich als nationale Schulen. Insoweit sie einen Typus der Wanderer, Turner, Akademiker usw. schaffen wollen, unterscheiden sie sich nicht von den gleichartigen deutschen Vereinen. Neben dieser allgemein-menschlichen Erziehung streben aber die jüdischen Vereine eine Nationalisierung an, weil die Juden der Diaspora ständig in der Gefahr schweben, den Zusammenhang mit ihrem Volk zu verlieren. Die sogenannte nationale Erziehung ist somit eine reine G olu sauf gab e, die in Palästina wie bei jedem unter normalen Verhältnissen lebenden Volke durch die gemeinsame Sprache, durch Schule, Haus, Kultur usw. erfüllt wird. Die nationale Erziehung in der Diaspora wird vorbereitet durch das dauernde Zusammensein von Juden in Vereinen. Denn dieses erzeugt ohne weiteres ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Ait einer gefühlsmäßigen Zugehörigkeit zum jüdischen Volk läßt sich aber cmnationale Bewegung nicht aufbauen; vielmehr wird allseitig die Notwendigkeit empfunden, das unbewußte Stammesgefühl durch eine nationale Erziehung im eigentlichen Sinn, also durch Erfüllung mit jüdischem Wissen und jüdischem Wil'en zur Bewußtheit, zu gestalten. Es ist sehr wichtig, die absolute Verschiedenheit der hier skizzierten Erziehungstendenzen zu erkennen; nur auf dem Zusammenwerfen der beiden Begriffe, der jüdischen Erziehung, die von nationalen Zwecken begrenzt ist, und der allgemein-menschlichen Erziehung, deren Ideal zwar von dem Volkscharakter bestimmt wird, aber doch jenseits eines bestimm ten Volkstums liegt, sind die unglückseligen Versuche zurückzuführen, die verschiedenartigsten Vereine zu fusioniren und dadurch eine einheitliche nationale Erziehung zu schaffen. Ebenso wie die nationale Idee in der Ueberzeugung wurzelt, daß nur in der Mannigfaltigkeit der Völkertypen und nicht in einem kosmopolitischen Völkergemisch, das Heil der Menschheit zu erblicken ist, so müssen wir konsequenterweise als Vertreter dieser Idee den verschiedenen Individuen

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