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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 1 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
1 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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beiführen kann und wird. Der jüdische Turner muß neben den anderen Typen der jüdischen Jugendbewegung seinen besonderen Platz haben, wenn diese Bewegung alles umfassen und nicht verarmen soll. Wie aber sind diese Aufgaben zu verwirklichen? Keineswegs kann dazu die lose Form der Vereinsorganisation genügen. Wir wissen aus der Erfahrung, daß in solchen Vereinen der wirklich arbeitende Teil im allgemeinen nur der Vorstand ist und die einzelnen Mitglieder bestenfalls zu den nur Aufnehmenden gehören, die ohne wirliche innere Anteilnahme und Verantwortung, auch bei dem besten Willen bald abseits stehen. Die Technik der Vereinsorganisation macht ein fruchtbares Miteinanderarbeiten und eine dauernde gegenseitige persönliche Beeinflussung unmöglich. Im Gegensatz dazu brauchen wir Gemeinschaften, in die sich jeder einzelne mit allen seinen jugendlichen Interessen hineinstellt. Wir brauchen Turnergemeinschaften aus Menschen, die nicht nur ihre turnerischen Interessen bei uns erfüllt sehen, ihre anderen Interessen, insbesondere auch ihre jüdische Ausbildung, in anderenOrganisationen befriedigen. Praktisch ist also erforderlich, daß in jedem Verein kleine Gruppen gebildet werden, die unter Leitung eines Führers fest zusammengefügt sind. Diese Gruppen, die nur aus solchen Leuten gebildet sein dürfen, die Turnen und Sport treiben, müssen in ihrem Zusammenleben auf ihren Heimabenden alles besprechen, was nur irgendwie einen von ihnen stark berührt hat. Gegenseitig soll man sich mit Rat und Tat bei allen schwierigen Fragen zur Seite stehen. Alles soll auf den Heimabenden mit Beziehung auf das Eigenleben besprochen werden. Es soll also die Fragestellung bei Heimabenden nicht lauten: *,Soll man nach Palästina gehen? sondern: Soll ich nach Palästina gehen?" Damit aber auch Mitglieder der verschiedenen Gruppen sich persönlich kennen lernen können und sich dauernd verbunden fühlen, muß ein gemeinsamer Mittelpunkt, ein Heim, in dem sich jeder wie zu Hause fühlt, geschaffen werden. Es ist also dringende Aufgabe jedes Vereins, diese realen MögliojWceiten, speziell aber die Errichtung eines Heimes durchzusetzen. Die Abteilungen sollen von unseren Besten geführt werden. Es müssen Menschen sein, die imstande sind, in jeder Weise vorbildlich zu wirken und durch ihr Beispiel erzieherischen Einfluß auszuüben. Menschen also, die durch enge Verbindung der Zions- und Turnidee in ihrem persönlichen Leben unserem Ideal möglichst nahe kommen. Diese Personen tragen die Verantwortung für die erzieherische Arbeit in ihren Gruppen. Wir sollen sie mit dem Namen „Mazbi" (Führer) nennen. Es liegt auf der Hand, daß der einzelne Mazbi die Verantwortung für die Leitung seiner Gruppe nur dann übernehmen kann, wenn er in genieinsamer Aussprache mit den anderen Mazbiim die Fragen der Erziehung erörtern und klären kann. Auf diese Weise muß an jedem größeren Ort auch ein organisierter Zusammenhang unter den Mazbiim geschaffen werden, die wöchentlich einmal ihre Erfahrungen austauschen müssen. Max H i rsc Ii. 1 3

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