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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 1 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
1 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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unser Volk für ein gesundes nationales Leben reif zu machen und die verschiedenen Degenerationserscheinungen des Ghettos und Auswüchse des Assimilationsjudenturas in konsequenter Erziehungsarbeit zu beseitigen. Darum ist körperliche Betätigung unbedingte Voraussetzung unserer Arbeit. Jüdische Turnvereine dürfen nicht nur Institute für Körperkultur sein, sie dürfen nicht lediglich als ihre Aufgabe betrachten, Turner zu erziehen, ohne daß diesen der stärkste jüdische Wille innewohnt; wir wollen die Jugend lehren, auf ihre körperliche Ausbildung entscheidendes Gewicht zu legen; aber es kann nicht unser Ideal sein, die Jugend auf körperliche Betätigung zu beschränken. Die stärkste jüdisqhe Aktivität muß in unseren Turnvereinen erzeugt werden. Diese Aktivität heißt aber: Zionismusl Die Turnerschaft ist ein Kind des Zionismus, und hat nur als solche Sinn und Lebensfähigkeit. Es muß deshalb mit aller Energie innerhalb und außerhalb unseres Kreises darauf gedrungen werden, die Turnerschaft in den großen Rahmen der einheitlichen, zionistischen Jugendbewegung einzuspannen und einer Sonderstellung der Turnvereine und damit im Gefolge einer stiefmütterlichen Bewertung ihrer Arbeit die Grundlage zu entziehen. Mit aller Klarheit müssen wir betonen, daß die Konstruktion eines besonderen Nationaljudentums in Deutschland, im Gegensatz zum Zionismus, ein häufig durch nichts anders als taktisch-programmatische Gesichtspunkte gerechtfertigtes Eigenbrödlertum erzeugt, das den Kontakt mit der großen nationalen Jugendbewegung verhindert. Das bedeutet keineswegs, daß wir für eine Änderung des Programms eintreten, sondern nur eine Aenderung der Einstellung des Einzelnen zum jüdischen Leben. Wir wollen nicht durch Festlegung des einzelnen in unsere Organisation eintretenden jungen Menschen, auf ein zionistisches Pogramm ein zionistisches Bekenntnis erpressen, das der wahren seelichen Situation diese Menschen nicht entspricht. Wir wollen ihm nach wie vor Zeit lassen, sich zu der zionistischen Lebensanschauung durchzuringen. Wir wissen, daß der ernste und ehrlicha Mensch in der Gegenwart des Judentums Zionist werden muß, sofern er nur gesund und natürlich an die Probleme herantritt. Diese persönliche Stellungnahme aber und die daraus folgende positive. Betätigung im jüdischen Leben muß Inhalt und Ziel unserer Arbeit werden. Wir wollen nicht verwaschene und farblose Turner, sondern Männer und Frauen, die, nachdem sie durch die Schule der jüdischen Turnbewegung gegangen sind, einen ernsten und persönlichen Zionismus verkörpern, mit aller Kraft an den augenblicklichen Aufgaben unseres Volkes teilnehmen und ebenso wie Blau-Weiße und K. J. V. er in vorderster Linie im Kampf für die Verwirklichung der zionistischen Idee stehen. Bedarfes aber im Sinne einer großen einheitlichen nationalen Jugendbewegung zur Erreichung dieses Zieles, neben den bestehenden Jugendgemeinschaften, noch der jüdischen Turnvereine? Das aber glauben wir. Wir glauben, daß eine öde Uniformierung der Jugend nach gleichmachendem Schema falch wäre. Wir glauben, daß Turnen und Sport, ebenso wie andererseits das Wandern, eine besondere Art des Gemeinschaftslebens bedeutet, den Bedürfnissen eines Teils unserer Jugend entgegenkommt und sogar eine besondere Art der Lebensführung her- 4

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