Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 1 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JUDISCHE TURNu. SPORTZEITUNG Deutschen Kreises der jüdischen Turnerschaft. Organisation. Fest steht, daß die Turnerscnaft unter den Schlägen de» Weltkrieges zusammengebrochen ist. Wir können diese Tatsache hier nicht näher untersuchen, sondern müssen uns mit ihr abfinden. Bisher hat es eine straffe, durchdringende in System und Methode einheitliche Erziehung in der gesammten Turnerschaft nicht gegeben. Der entscheidende Wert bei der Arbeit der einzelnen Vereine wurde auf die turnerische Ausbildung gelegt. Irgend eine persönliche, Beziehung unter den Turnern außerhalb des Turnbodens gab es meist nicht. Mit diesem System der Systemlosigkeit muß gebrochen werden. Soll die Turnerschaft ein wirklich lebendiger Organismus werden, muß zunächst grundsätzlich hervorgehoben werden, daß auch Turnvereine, wie alle anderen nationaljüdischen Jugendvereine in der Hauptsache Erziehungvereine sind. Eine Beeinflussung aber von Menschen, die zu erziehen sind, auf einem einseitigen Gebiet und in wenigen Stunden der Woche muß zu einem Mißerfolg führen. Erziehungsarbeit muß den ganzen Menschen durchdringen. Sie bedeutet also sowohl geistige als auch gefühlsmäßige als auch körperliche Ausbildung. Nur wenn die Turnvereine in allen diesen Richtungen die jungen Menschen durchdringen, ihr ganzes jugendliches Leben ausfüllen und den ganzen Menschen in allen seinen persönlichen Bedürfnissen, in deinem Denken und Sorgen in seinen Bannkreis zwingen, ist eine befriedigende, harmonische Erziehungsarbeit überhaupt möglich. Dabei sei hervorgehoben, daß Erziehung nicht irgend welche Zwangserziehung, sondern Selbst- und Gemeinschaftserziehung bedeutet. Das aber wiederum besagt, daß es in erster Linie darauf ankommt, den Menschen, die zu uns kommen, Werte zu geben, auf Grund deren sie imstande sind, ihre Fähigkeiten und Anlagen zum Besten und im Interesse des nationalen Gemeinschaftslebens auszubilden. Das besagt ferner, daß keine Kluft zwischen Gebenden uud Nehmenden bestehen soll, die durch das Mittel der Autorität überwunden werden soll, sondern eine gegenseitige Wechselwirkung Inhalt einer wahren Erziehung ist. Grundlage dieser Erziehungsarbeit muß eine körperliche Betätigung sein. Eine Jugendbewegung, die den ganzen Menschen einspannt, kann seinen Körper nicht vernachlässigen. Wir wissen, daß es gilt, Organ des 1